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Doritos will mit „Lady Doritos“ frauenfreundlichere Chips anbieten. Doch die meisten Frauen sind davon so gar nicht angetan.

Nacho-Chips; Foto: Imago
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Genüsslich Doritos knabbern – das kracht beim Kauen, da sind die Finger voller Fett und Gewürz, ebenso voller Genuss werden sie abgeleckt und die letzten Krümel schüttet man sich direkt in den Rachen. So isst Mann anständig Doritos.

Denkt offenbar zumindest der Hersteller PepsiCo. Und PepsiCo denkt ebenso, dass diese Art und Weise die Maismehlchips zu essen überhaupt nicht ladylike und von Frauen gewollt ist. Doch auf die Chips verzichten kommt natürlich auch nicht in Frage. „Frauen würden das auch gerne tun, doch sie tun es nicht. Sie möchten in der Öffentlichkeit nicht gerne laut kauen und lecken sich nicht die Finger“, sagte Indra Nooyi, Chefin von PepsiCo, in einem Interview mit dem Radiosender „Freakonomics“.

Weniger Fett, weniger Krachen

Deshalb sollen Frauen in den USA ihre ganz eigenen Chips bekommen, die „Lady Doritos“. Sie sollen weniger laut knacken beim Kauen und nicht so viel Fett und Würze an den Fingern hinterlassen. Außerdem sollen die Packungen geschrumpft werden – auf praktische Handtaschengröße.

Bissige Reaktionen im Netz

Bei den meisten Frauen kommt diese Geschlechterunterscheidung beim Knabberkram aber gar nicht gut an. „Die Tatsache, dass 'Lady Doritos' es durch die Marketing-Abteilung geschafft hat, macht mich neugierig auf all die Ideen, die es nicht geschafft haben. Ich meine, wie schlecht müssen die gewesen sein. #LadyDorits, denn #PepsiCo mag seine Frauen sauber, leise und ohne Geschmack“, schrieb eine Nutzerin auf Twitter.

Andere reagieren deutlich zynischer auf diese Marketing-Idee aus den USA: „Gute Nachrichten, Ladies. Wir haben einen weiblichen Colonel Sanders und Doritos, die nicht knuspern, also ist Feminismus abgesagt. Wir haben Gleichberechtigung erreicht“, und „Nun da Doritos uns von Sexismus befreit haben, Mädels, sollen wir still und leise abhängen und Chips essen statt zu demonstrieren?“

Autor
Tim Stobbe
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SWR3