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Eine Frau aus Freiburg soll zusammen mit ihrem Freund ihren neunjährigen Sohn an Männer für Sex verkauft haben. Der Freund ist wegen Kinderpornografie vorbestraft und durfte sich Kindern eigentlich nicht mehr nähern.

Die 47-jährige Mutter aus Freiburg soll ihren Sohn zusammen mit ihrem 37 Jahre alten Freund misshandelt und von Männern gegen Geld vergewaltigen lassen haben. Beide befinden sich seit September in Untersuchungshaft. Das hat die Staatsanwaltschaft Freiburg am Donnerstag bestätigt. Das Kind soll über Jahre missbraucht worden sein. Die ersten Hinweise dazu gab es am 10. September 2017. Bereits fünf Tage danach konnte der andauernde schwere sexuelle Missbrauch des Neunjährigen beendet und der Junge in staatliche Obhut genommen werden.

Wegen Kinderpornos vorbestraft

Der 37-jähige Hauptverdächtige wurde bereits vor Jahren wegen Kinderpornografie zu einer Haftstrafe verurteilt. 2014 kam er frei – allerdings unter Auflagen. So durfte er sich Kindern nicht mehr nähern. Nachdem er die Frau und ihren Sohn kennenlernte, entschied er sich, zu den beiden zu ziehen. Das hatte ihm sein Bewährungshelfer zuvor verboten. Der Mann wiedersetze sich jedoch dem Verbot. Im Sommer 2017 wurde er deswegen erneut zu einer Haftstrafe verurteilt. Da er vor Gericht Revision eingelegt hatte, musste er die Haftstrafe noch nicht antreten.

Der Junge selbst wurde bereits im März vorübergehend vom Jugendamt aus der Familie genommen. Damals gab es jedoch keinen konkreten Verdacht auf sexuellen Missbrauch. Ein Familiengericht entschied später, den Jungen zurück in die Familie zu schicken. Dort blieb er dann bis September.

Pädophilenring zerschlagen

Acht Tatverdächtige, die in den Fall verwickelt sein sollen, sitzen in Untersuchungshaft. Ein 40 Jahre alter Mann wurde bereits im September festgenommen. Ebenfalls in Untersuchungshaft sitzt nun ein 49 Jahre alter deutscher Soldat, der bei der deutsch-französischen Brigade in Illkirch bei Straßburg festgenommen wurde. Ein in Österreich festgenommener 37 Jahre alter schweizer Staatsbürger und ein 32 Jahre alter Spanier, der in seinem Heimatland verhaftet wurde, zählen auch zu den Verdächtigen. Beide wurden bereits nach Deutschland überstellt und befinden sich auch in U-Haft.

Die Staatsanwaltschaft Freiburg ermittelt wegen des Verdachtes des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und einer Vielzahl von Vergewaltigungen. Polizeistellen in Frankreich, Italien, Spanien und Deutschland unterstützen die Operation gegen die Kinderschänder.

Autor
SWR3