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Heute streiken weltweit Schüler im Rahmen der Aktion „Fridays for Future“. Eine ihrer zentralen Botschaften geht an die Politiker: Die sollten endlich etwas tun.

Heute protestieren wieder Schüler und Studenten in mehr als 100 Ländern dagegen, dass nicht genug für den Klimaschutz getan wird. Allein in Deutschland finden fast 200 Events statt. Weltweit wurden Veranstaltungen in über 2000 Städten und 123 Ländern angekündigt. Auch in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg gingen tausende Schüler auf die Straße.

Die Fridays for Future genannte Bewegung geht zurück auf die Schwedin Greta Thunberg, die im August 2018 damit begann, jeden Freitag den Schulunterricht zu bestreiken – und das so lange, bis Schweden die Klimaschutzziele, die international in Paris verhandelt wurden, erfüllt. Thunberg ist für den Friedensnobelpreis 2019 nominiert.

Wissenschaftlicher „Schulterschluss“

Zuletzt haben mehr als 23.000 Forscher eine Petition für mehr Klimaschutz unterstützt. In der Petition heißt es, die Anliegen der Schüler seien berechtigt, denn die derzeitigen Maßnahmen zum Umweltschutz seien nicht ausreichend. Die Unterschriften sollen bei der heutigen Demonstration übergeben werden.

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Professor Joachim Schellnhuber vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung sagte in einem Interview von heute morgen, dass die Proteste „historisch einmalig“ seien, da sie einen „Schulterschluss zwischen Wissenschaft und Schülern“ bedeuten. Er kritisierte die Politik für ihre Untätigkeit.

„Wir haben alle technischen, alle wirtschaftlichen, alle institutionellen Mittel um die Klimawende herbeizuführen – es muss nur schnell gehen. 30 Jahre Gelaber in der Politik haben dazu geführt, dass wir jetzt ganz schnell bremsen müssen. [...] Jetzt müssen wir halt die Kurve kriegen, und es geht.“

Joachim Schellnhuber

„Eine große Feigheit im Raum, sich den echten Fragen zu stellen“

Auch Luisa Neubauer, eine der Hauptorganisatorinnen von Fridays for Future in Deutschland, sieht eine „beeindruckende Untätigkeit der Menschen, die für unsere Zukunft Verantwortung tragen. So lange wir da keine Änderung sehen, werden wir auch nicht aufhören, uns für unsere Zukunft einzusetzen“. In einem Interview des SWR beantwortete sie Fragen zu den Zielen der Bewegung und reagierte auf Kritik.

Politische Unterstützung der Aktion

Fraktionschef Anton Hofreiter von den Grünen sagte der Nachrichtenagentur AFP, die politischen Entscheider täten nicht ansatzweise genug, um die Lebensgrundlage der jungen Generation zu schützen. Deutschland halte sich derzeit weder an die eigenen nationalen Ziele noch an die Bedingungen des Pariser Klimaschutzabkommens. Die Kritik daran, dass Schüler die Schule schwänzten, um zu demonstrieren, nannte Hofreiter ein Ablenkungsmanöver.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich Anfang März hinter die Protestierenden gestellt.

Kritik an Schüler-Streiks

Von verschiedenen Seiten kommt auch Kritik an den Demonstrationen. Gerade bei der heutigen globalen Aktion wird angezweifelt, wie motiviert die Schüler eigentlich sind, etwas für das Klima zu tun – oder ob sie vor allem schulfrei haben wollen. Die rege Teilnahme an den Demonstrationen auch bei schlechtem Wetter spricht allerdings nicht unbedingt für dieses Argument.

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SWR3-Moderator Michael Wirbitzky, selbst Vater, findet dass es sinnvollere Methoden gibt, das Klima zu schützen.

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Auf der anderen Seite gibt es auch Unterstützung von Eltern. Der Twitter Account Parents for Future Deutschland postete heute eine motivierende Botschaft an alle demonstrierenden Schüler.

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