Das Nobelpreiskomitee vergibt einen der wichtigsten Preise der Welt an die globale Kampagne für die Abschaffung aller Atomwaffen – und setzt Zeichen gegen Aufrüstung.

Die Europäische Union, die Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai oder auch Mutter Teresa, die Liste der Friedensnobelpreisträger ist lang. Mit auf dieser Liste steht ab heute auch die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (International Campaign for the Abolition of Nuclear Weapons), kurz Ican.

Preisvergabe als Zeichen gegen nukleare Aufrüstung

Aktivisten der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen.; Foto: dpa/picture-alliance
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Ican wurde 2007 ins Leben gerufen und hat sich zur Aufgabe gemacht, die Abschaffung aller Atomwaffen zu erreichen. Dafür vernetzt sie Organisationen und Institutionen, die weltweit für nukleare Abrüstung arbeiten. Im Verlauf der letzten zehn Jahre gewann sie immer mehr Unterstützer, unter anderem den Dalai Lama oder den früheren UN-Staatssekretär Ban Ki-Moon. Auch das Forum Friedensethik (FFE) der Evangelischen Landeskirche in Baden mit Sitz in Karlsruhe gehört zu den Mitgliedern.

Die jetzige Auszeichnung solle hervorheben, welche katastrophalen humanitären Konsequenzen der Gebrauch von Nuklearwaffen habe, sagte die Vorsitzende des Preiskomitees Berit Reiss-Andersen bei der Bekanntgabe in Oslo.

Friedensnobelpreis seit 1901 vergeben

Seit 1901 wird der Friedensnobelpreis nach dem Willen seines Stifters, dem Industriellen Alfred Nobel, vergeben. Nobel wollte, dass der Preis an jemanden geht, der „im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen erbracht hat“. Ein Komitee aus fünf Mitgliedern, die vom norwegischen Parlament gewählt werden, entscheidet über die Vergabe des Preises.

Einige kritische Entscheidungen

So manche Entscheidung des Komitees ist jedoch nicht unumstritten. 2009 bekam zum Beispiel Barack Obama den Preis, obwohl er noch kein ganzes Jahr im Amt war. Und auch die Ehrung der Politikerin Aung San Suu Kyi aus Myanmar ist für viele mittlerweile fragwürdig. Aung San Suu Kyi bekam den Preis 1991 für ihre Verdienste als damalige Oppositionspolitikerin. Mittlerweile ist sie Regierungschefin und bekommt schwere Vorwürfe wegen der Unterdrückung und Vertreibung der Minderheit der Rohingya aus ihrem Land. Zurücknehmen kann man den Preis aber nicht.