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Tim Stobbe
Tim Stobbe, SWR3; Foto: SWR3
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In der Berliner Schlosspark-Klinik ist der Chefarzt der Inneren Medizin bei einem Vortrag tödlich verletzt worden. Es handelt sich um Fritz von Weizsäcker – einen Sohn des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker. Der Angreifer ist ersten Erkenntnissen nach psychisch krank.

Fritz von Weizsäcker wurde am Dienstagabend in Berlin erstochen. Eine Mordkommission hat die Ermittlungen aufgenommen.

Die Polizei teilte am Mittwochmorgen mit, dass der Tatverdächtige 57 Jahre alt und der Polizei bisher unbekannt sei. Der Mann lebte zuletzt in Rheinland-Pfalz. Dort kaufte er laut Berliner Generalstaatsanwaltschaft auch noch am Tag der Tat die Tatwaffe, ein Messer. Mit der Bahn sei er dann nach Berlin gereist.

„Wahnbedingte allgemeine Abneigung“

Der Verdächtige hat sich inzwischen zu seiner Tat geäußert. Demnach liege das Tatmotiv „in einer wahnbedingten allgemeinen Abneigung gegen die Familie des Getöteten“, so die Mitteilung der Generalstaatsanwaltschaft. Der 57-Jährige ist nicht vorbestraft und war der Polizei nicht bekannt oder aufgefallen. Er ist psychiatrisch untersucht worden – aufgrund dieser Untersuchung will die Staatsanwaltschaft beantragen, dass der Mann in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht wird.

Was ist genau passiert?

Fritz von Weizsäcker hatte einen Vortrag für medizinisch interessierte Laien in der Berliner Schlosspark-Klinik gehalten – er war dort Chefarzt der Inneren Medizin. Nach knapp einer Stunde hat offenbar ein mit einem Messer bewaffneter Mann aus dem Zuschauerraum den 59-Jährigen attackiert. Laut dem rbb starb er trotz Reanimationsmaßnahmen noch vor Ort. Der Tagungsraum des Vortrags liegt in der Abteilung der Psychiatrie. Der Angreifer war laut Polizei kein Patient der Klinik.

Fritz von Weizsäcker steht im Jahr 2015 beim Staatsakt für seinen verstorbenen Vater zwischen seiner Schwester seiner Mutter; Foto: picture alliance/Maurizio Gambarini/dpa (Archiv)

Fritz von Weizsäcker steht 2015 beim Staatsakt für seinen verstorbenen Vater zwischen seiner Schwester seiner Mutter

picture alliance/Maurizio Gambarini/dpa (Archiv)

Nach Angaben der Polizei sei zufällig auch ein Polizist, der privat bei dem Vortrag war, unter den Zuhörern gewesen. Er soll versucht haben, denn Angreifer aufzuhalten. Dabei sei er selbst schwer verletzt worden, schwebe aber nicht in Lebensgefahr.

Der bewaffnete Mann sei schließlich von mehreren Zuhörern überwältigt und dann der kurz darauf eintreffenden Polizei übergeben worden. Die Berliner Polizei bestätigte Medienberichte, laut denen der Tatverdächtige aus Rheinland-Pfalz kommt. Er habe dort seinen festen Wohnsitz und keinen in Berlin, sagte ein Sprecher. Mit einem richterlichen Beschluss und Unterstützung der Kollegen in Rheinland-Pfalz werde die Wohnung des Mannes durchsucht. Die Ermittlungen dauerten an. Den genauen Einsatzort nennt die Polizei nicht.

FDP-Chef Lindner trauert auf Twitter

Fritz von Weizsäcker war das jüngste von vier Kindern des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker. Im Lauf seiner Karriere war er auch als Arzt und Universitätsprofessor in Freiburg tätig.

Er war FDP-Mitglied. Parteichef Christian Lindner drückte auf Twitter seine Trauer aus:

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