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Fliegen ist nicht gut für das Klima - da sind sich alle einig. Bundesumweltministerin Svenja Schulze will Flüge deshalb teurer machen. Ob ihr Vorschlag ausreicht und was die Tickets in Zukunft kosten könnten, haben wir uns genauer angeguckt.

Benzin wird besteuert, der Strom der Bahn wird besteuert – nur das Flugbenzin ist steuerfrei und bei internationalen Flügen fällt nicht mal eine Mehrwertsteuer an. Das ist ein Vorteil für die Airlines in Deutschland von fast 12 Milliarden Euro im Jahr.

Gäbe es eine Kerosinsteuer – ähnlich wie bei Benzin – dann würde ein Inlandsflug von Stuttgart nach Berlin und zurück etwa 24 Euro teurer. Ein Ticket von Frankfurt nach Mallorca etwa 60 Euro und bei einem Flug nach Bali wären es 550 Euro.

Subventionen streichen – nur EU-weit sinnvoll

Das einfachste wäre also die Steuersubventionen zu streichen. Dann könnte es aber sein, dass die internationalen Airlines nicht mehr Frankfurt oder Düsseldorf als Drehkreuz nutzen, sondern gleich Dubai oder Amsterdam. Diese Lösung wäre nur im EU-Verbund oder sogar darüber hinaus sinnvoll.

Deshalb fordert Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) die Luftverkehrsabgabe zu erhöhen. Die gibt es nämlich schon: Sie liegt je nach Strecke zwischen 7 und 40 Euro. Eine Verdoppelung würde die Tickets entsprechend teurer machen.

Der Preis müsste fünf Mal höher sein

Doch auch dann würde ein Flugticket nur minimal über dem Bahnpreis liegen. Das würde wohl kaum einen Vielflieger in die Bahn locken. Dabei belastet der Flug das Klima deutlich mehr als die Bahnfahrt. Denn der Klimaeffekt in der Flughöhe ist zwei bis fünfmal so groß wie am Boden – das hat mit verschiedenen physikalischen Effekten zu tun.
Wenn es um Klimaschutz geht, müsste also der Aufschlag auf das Ticket bis zu fünf Mal so hoch sein wie bei anderen Verkehrsmitteln. 300 Euro zusätzlich für Mallorca – das wäre ein Wort.