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Vanessa Valkovic
Vanessa Valkovic, SWR3; Foto: SWR
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Wer in einem Funkloch unterwegs ist, der merkt das meist ziemlich schnell von selbst. Die Bundesnetzagentur hat jetzt eine Karte veröffentlicht, auf der die Netzqualität in Deutschland zu sehen ist. Was bringen uns diese Ergebnisse?

Wo hakt es bei der Netzverfügbarkeit im Südwesten? Das könnt ihr jetzt auf einer interaktiven Karte der Bundesnetzagentur nachschauen. Hier seht ihr auch, wer im Südwesten besonders betroffen ist.

Die Datengrundlage für die Karte sind die Nutzer der sogenannten Breitbandmessung-App. Diese haben die Mobilfunkqualität in ihrer Umgebung weitergegeben. Die gesammelten Daten wurden jetzt ausgewertet und in der Funkloch-Karte veröffentlicht.

160 Millionen Messpunkte

Nutzer können ihre Adresse eingeben und dann die Ergebnisse für ihren Wohnort einsehen und vergleichen. Laut Jochen Homann, dem Präsidenten der Bundesnetzagentur, sei die App bereits im ersten Jahr rund 187.000 Mal von Nutzern installiert worden. Insgesamt seien bisher knapp 160 Millionen Messpunkte durch die Nutzer ermittelt worden.

Die Nutzer haben die Eingaben mit ihren eigenen Endgeräten und Mobilfunkverträgen gemacht. Deshalb sagt die Karte nichts über die vor Ort verfügbaren Netztechnologien eines Netzbetreibers aus. Außerdem hängt die Aussagekraft stark davon ab, wie viele Messungen von der App vor Ort erfasst wurden.

„Die Zahl der Funklöcher kann man gar nicht zählen“

Für Hennig Gajek von Teltarif zeigt die Karte, wie groß das Problem in Deutschland ist: „Die Zahl der Funklöcher kann man gar nicht zählen“, sagte er im SWR-Interview.

Müsste die Politik mehr Druck machen?; Foto: SWR3.de

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Dauer

Ein Problem ist laut Gajek auch der Wettbewerb zwischen den Anbietern. Diese würden Sendemasten natürlich eher dort bauen, wo sie sich rechnen: Also da, wo auch viele Menschen leben, die telefonieren und surfen möchten. Dünner besiedelte Gegenden würden deshalb ausgespart werden:

Und irgendwann am Abend des Tages überlegt man dann, ob für da hinten im Schwarzwald, im Freudenstadter Umfeld, vielleicht auch noch Geld für einen Sender da wäre.

Was bringen die Ergebnisse?

Wer in einem Funkloch lebt, der weiß das natürlich schon. Die Ergebnisse könne man aber der örtlichen Politik und den örtlichen Vertretern der drei Netzbetreiber „dreimal täglich unter die Nase halten“, so Gajek. Die Politik habe aber verstanden, dass sie den Netzbetreibern helfend unter die Arme greifen muss. Momentan werde aber noch darüber gestritten, wie sie das tun soll.

In der Diskussion gehe es zum Beispiel darum, ob die Politik Sendemasten zur Verfügung stellt und die Netzbetreiber nur noch „ihre Technik da hin schrauben müssen“. Ein Problem sei auch, dass einige Netzbetreiber viel Geld haben und mehr Masten bauen. Andere wiederum könnten nicht so viel bauen.

Auf die Frage, wie lange es noch dauere, bis Deutschland funkloch-frei ist, sagte Gajek: „Ich glaube das werden Sie und ich nicht mehr erleben.“