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Seit Freitag kursiert im Netz ein Video aus Heilbronn. Es zeigt einen Gambier mit einer Waffe in der Hand. Auf verschiedenen Social-Media-Plattformen wird das Video zum Hetzen verwendet. Dabei fehlt die Vorgeschichte.

Das hat sich vor der Aufnahme abgespielt

Vergangenen Freitag haben zwei in Russland geborene Deutsche versucht, zwei aus Gambia stammende Männer zu erpressen. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Heilbronn meldeten, sollen die beiden 28-jährigen Angreifer Zigaretten von ihren Opfern gefordert haben.

Um dem Nachdruck zu verleihen, soll einer der beiden Angreifer eine Schreckschusspistole gezogen haben und sie einem Gambier auf den Bauch gedrückt haben.

Polizei nahm Angreifer fest

Nach Polizeiangaben gelang es den beiden aus Gambia stammenden Männern, den Angreifer zu entwaffnen. Nach einem Handgemenge soll es beiden gelungen sein, die Angreifer festzuhalten. Die Polizei konnte sie wenig später festnehmen.

Wurde das Video absichtlich gekürzt?

Das Video, das im Netz kursiert, zeigt nur den Gambier mit der Waffe – also offenbar nur das, was sich nach der Entwaffnung abgespielt hat. Ohne die Vorgeschichte entsteht eine ganz andere Wirkung. Ob das Video bewusst nur mit diesem Ausschnitt ins Netz gestellt wurde, oder ob der Urheber tatsächlich nur diesen Ausschnitt filmte, ist nicht bekannt.

Die Polizei teilte am Montag mit, dass die beiden Männer, die mutmaßlich die Gambier angegriffen haben, unter Alkoholeinfluss gestanden haben sollen. Gegen sie wurden Haftbefehle erlassen. Sie wurden in Justizvollzugsanstalten eingeliefert.

Autor
Mario Demuth
Autor
SWR3