Autor
Isabel Gebhardt
Isabel Gebhardt, SWR3; Foto: SWR3
Stand:

Zum 1. Januar soll in Deutschland die Bon-Pflicht eingeführt werden. Daran gibt es viel Kritik. Ein Restaurant in Karlsruhe hat sich eine kreative Protestaktion dazu überlegt.

„Nein, es ist nicht Fasching – es ist Bürokratiewahnsinn auf Kosten der Umwelt“, erklärt Denise Bender, die Wirtin des „Gasthaus Gutenberg“ in Karlsruhe. Sie hat eine Woche lang in ihrem Restaurant Rechnungen gesammelt und sie dann an einer Leine in der Gaststube aufgehängt.

Kreativer Protest in Karlsruhe

Damit will sie gegen die geplante Bon-Pflicht protestieren. „Mir ist einfach der Kragen geplatzt. Ich musste den Wahnsinn mal bildlich darstellen“, so Bender. Sie könne nicht nachvollziehen, dass eine derartige Papierverschwendung im Zeitalter der Klimadiskussion verordnet werde – zumal im Kassensystem der Gastronomen jede Bestellung gespeichert sei, so dass das Finanzamt nicht hintergangen werden könne.

„Gasthaus Gutenberg“ in Karlsruhe protestiert gegen Bon-Pflicht; Foto: picture alliance/Christoph Schmidt/dpa

Weit über tausend Kassenquittungen hängen als dekorativer Protest im Karlsruher Restaurant „Gasthaus Gutenberg“.

picture alliance/Christoph Schmidt/dpa

Bei den Gästen kommt die Aktion laut der Wirtin gut an. Übrigens: Aufgehängt wurden nur die Belege, die die Gäste nicht mitnahmen.

Kritik an der Bon-Pflicht: Unnötiger Papierverbrauch und Müll

Die Bundesregierung plant zum 1. Januar die Belegpflicht. Auch sollen Kassen durch eine technische Sicherheitseinrichtung fälschungssicher werden. Mit dem 2016 verabschiedeten Kassengesetz soll Steuerbetrug etwa durch manipulierte Ladenkassen bekämpft werden.

Händler, Gastronomen, Bäcker und Naturschützer kritisieren die Neuregelung und fürchten sehr viel mehr Papierverbrauch und Müll.

Autor
Isabel Gebhardt
Autor
SWR3