Verboten, erlaubt, verboten – erst am Donnerstag hatte Präsident Trump die Einfuhr von Elefantentrophäen aus Simbabwe und Sambia wieder erlaubt. Nachdem viel Kritik aufkam, twitterte er am Samstag dann: Die Erlaubnis wird vorerst ausgesetzt.

„Zunächst tierschutzrelevante Fakten prüfen“

Erst am Donnerstag hatte er es erlaubt, jetzt – am Samstag – rudert der US-amerikanische Präsident Donald Trump wieder zurück. Nachdem Naturschützer und Internetnutzer eine geplante Erlaubnis zur Einfuhr von Elefantentrophäen kritisierten, gab Trump auf Twitter bekannt: Die Erlaubnis ist erstmal ausgesetzt. Er werde zunächst alle tierschutzrelevanten Fakten prüfen.

US-Innenminister Ryan Zinke bestätigte in einer Erklärung, die Entscheidung werde nochmal überprüft.

Was ist passiert?

Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat den Import von Elefantentrophäen aus den afrikanischen Ländern Simbabwe und Sambia zunächst wieder erlaubt. Das Amt für Fisch- und Wildtierschutz (USFWS) veröffentlichte am Donnerstag die Mitteilung, dass Sportjäger Körperteile von Elefanten mitbringen dürfen, die sie in Simbabwe oder Sambia erschossen haben.

Dieses Recht sollte demnach demnach für Tiere gelten, die zwischen Januar 2016 und Dezember 2018 legal erlegt wurden oder erlegt werden. Mitte 2018 hätte das noch mal überprüft – und nach Möglichkeit sogar verlängert werden sollen. Schon ab Freitag hätten Importe dann wieder erlaubt sein sollen.

Afrikanische Elefanten gehören zu bedrohten Arten; Foto: dpa/picture alliance

Ein afrikanischer Elefant in der Steppe Kenias

dpa/picture alliance

Und wieso „wieder erlaubt“?

Trumps Vorgänger Barack Obama hatte die Einfuhr von Elefantentrophäen in die USA erst 2014 verboten. Damit sollte der Afrikanische Elefant besser geschützt werden. Die Tiere gehören zu den zunehmend gefährdeten Arten (laut der Encyclopedia of Life), in den meisten afrikanischen Ländern ist die Jagd auf Elefanten verboten.

Das USFWS hat jetzt aber als Grund genannt, dass mit dem Geld, das durch Jagdgenehmigungen eingenommen würde, Tierschutzprogramme unterstützt werden könnten.

Außerdem hieß es in der Mitteilung: „Legale, gut regulierte Jagd als Teil eines gründlichen Managementprogramms kann der Erhaltung bestimmter Tierarten zugutekommen, wenn sie örtlichen Gemeinden Anreize gibt, die Art zu schützen und nötige Einnahmen zurück in den Artenschutz bringt.“

Warum ist das so schlimm?

Afrikanische Elefanten gelten als bedroht. Der Internationale Tierschutz-Fonds IFAW schätzt, dass die Zahl der Afrikanischen Elefanten von rund 1,2 Millionen Tieren im Jahr 1980 auf heute noch gut 450.000 Tiere zurückgegangen ist.

Elfenbein; Foto: dpa/picture alliance

Beschlagnahmtes Elfenbein

dpa/picture alliance

Vor allem der internationale Handel mit Elfenbein, aus dem die Stoßzähne der Elefanten bestehen, hat in vielen afrikanischen Ländern zu einem Rückgang der Elefantenbestände geführt. Wilderei aber auch die legale Jagd haben Zehntausende Tiere das Leben gekostet.

Ein Einfuhrverbot nicht nur den Verkauf Elfenbein schwieriger. Der ist seit 1989 ohnehin offiziell durch das Washingtoner Artenschutzabkommen verboten worden. Allerdings gibt es Ausnahmen und die Umsetzung der Gesetze gelingt in vielen Ländern kaum.

Vielen Jägern fehlt durch ein Verbot auch der Anreiz, einen Elefanten zu töten, wenn er oder sie sich weder den Kopf, noch die Stoßzähne, noch einen Elefantenfuß ins Wohnzimmer stellen oder hängen kann.

Wenn der Import jetzt aber wieder erlaubt ist, dürfte das viele Hobby-Jäger animieren, in die afrikanischen Staaten zu reisen, wo die Jagd auf Elefanten erlaubt ist – um dann Trophäen mit nach Hause bringen zu können.

Wer ist dafür verantwortlich?

Die Aufhebung des Verbots hat besonders die Safari Club International Foundation in Arizona vorangetrieben. Diese Organisation vertritt die Interessen von Jägern und kämpft für Jagdrechte.

Initiator war wohl auch die Waffenlobby National Rifle Association (NRA). Die wird ohnehin schon scharf kritisiert, weil sie trotz der zahlreichen Schießereien und Amokläufe in den USA noch immer an den lockeren Waffengesetzen festhält.

Zudem sind etwa Trumps Söhne bekannt dafür, leidenschaftliche Jäger zu sein. Von Donald Trump jr. gibt es ein Foto im Netz, auf dem er vor einem erschossenen Elefanten sitzt. In der einen Hand hält er ein Messer, in der anderen den abgeschnittenen Schwanz des Elefanten.

Und was passiert jetzt?

Die Ankündigung Trumps hatte für Empörung gesorgt. Umwelt- und Tierschützer protestierten und bezeichneten die von der Behörde aufgeführten Gründe als verlogen.

Das Elephant Project twitterte, die Entscheidung von Trumps Regierung sei „verwerflich“. So würde die Wilderei nur noch mehr gefördert.

Das Zentrum für Artenvielfalt teilte mit, dass Trump mit diesen Schritt „das Töten der bedrohten Elefanten“ legalisiere. Und die Tierschutzorganisation Peta verwarf die Argumentation des Amtes für Fisch- und Wildtierschutz.

Das Leben eines bedrohten Tieres zu verkaufen, um Geld für den 'Erhalt' zu sammeln ist genauso, als würde man ein Kind auf dem Schwarzmarkt verkaufen, um Geld für den Kampf gegen Kindesmissbrauch einzunehmen.“

Tierschutzorganisation Peta