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Katharina Kunz
Katharina Kunz, SWR3; Foto: SWR3
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In Sibirien brennen die Wälder, in Brasilien werden sie abgeholzt und weltweit steigt der Fleischkonsum. Welche Auswirkungen hat das alles auf die Erderwärmung? Darüber hat sich der Weltklimarat in seinem Sonderbericht Gedanken gemacht.

Der Weltklimarat (IPCC) fordert bei der Präsentation seines Sonderberichts ein radikales Umsteuern bei der Landnutzung. Um die wachsende Erdbevölkerung dauerhaft zu ernähren und zugleich das Klima zu schützen, müsse die internationale Gemeinschaft sofort handeln. Die Wissenschaftler plädieren dafür, die Ausbeutung von Land, die Lebensmittelverschwendung und die CO2-Belastung durch die Landwirtschaft drastisch zu reduzieren.

Aufforstung und Schutz der Regenwälder gefordert

Dürren, Hitzewellen, Überschwemmungen und die Versalzung von Böden infolge des Klimawandels sind für die Ernährung der Weltbevölkerung eine erhebliche Bedrohung. Insgesamt stammt etwa ein Viertel der klimaschädlichen Emissionen aus Landwirtschaft, Forstwirtschaft und anderer Landnutzung. Aufforstung und der Schutz der Regenwälder seien entscheidend, um den globalen Temperaturanstieg aufzuhalten, betonen die Forscher.

Weltklimarat beschreibt Zukunftsszenarien; Foto: picture alliance/Werner Rudhart/dpa

Sonderbericht vorgestellt Am weltweiten Klimaschutz geht kein Weg vorbei

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1.000 Mal höhere CO2-Produktion bei Fleisch

Aus Sicht von Umweltschützern muss auch ein Umdenken gerade beim hohen Fleischkonsum einsetzen. Die Produktion von Fleisch trage durch hohe Treibgasemissionen erheblich zum Klimawandel bei, hieß es im Vorfeld. Laut Bundesumweltministerium entstehen beim Anbau von einem Kilogramm frischem Gemüse 153 Gramm CO2-Äquivalent, bei biologischem Anbau sogar nur 130 Gramm. Bei einem Kilogramm Rindfleisch seien es dagegen 13.311 Gramm, beziehungsweise 11.374 in der Ökolandwirtschaft. CO2-Äquivalente sind Gase wie Methan oder Lachgas, die den Treibhauseffekt mit der gleichen Wirkung beeinflussen wie CO2.

In vielen Ländern schon hoher „Wasserstress“

Ein weiteres Problem ist die Trinkwasserversorgung: Nach Angaben der World Resources Institute (WRI) haben 17 Länder „extrem hohen“ Wasserstress. In diesen Staaten lebe ein Viertel der Weltbevölkerung, teilte das Institut mit. Folgen von Wasserstress seien unter anderem Nahrungsunsicherheit, Konflikte und Migration. Ursache sind dem WRI zufolge nicht nur Trockenheit, sondern auch die Wasserentnahme, die sich seit den 1960er Jahren mehr als verdoppelt habe. Deutschland steht auf Platz 62 von 189 Ländern.

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