Stand:

Im Mittelrheintal ist es laut. Autos, Schiffe und Züge machen hier ordentlich Krach. Gerade zwischen den Menschen dort und der Bahn sorgt das seit Langem für Streit. Jetzt will eine Gemeinde klagen.

Alle paar Minuten ein Zug, riesige Schiffe, Autos sowieso – das Verkehrsaufkommen im schmalen Mittelrheintal ist berühmt-berüchtigt. Für die Menschen, die dort leben, bedeutet das keinen Spaß. Sie streiten darum häufig mit der Deutschen Bahn.

Anwalt: Strecke für viel weniger Verkehr gebaut

Jetzt hat der Verbandsgemeinderat St. Goar-Oberwesel in einer Sitzung beschlossen, gegen die Bahn zu klagen. Der Rat kam am Donnerstagabend zu der Auffassung, dass die linksrheinische Bahnstrecke zwischen Mainz und Koblenz bis zum aktuellen Zeitpunkt keine Baugenehmigung habe und deshalb als sogenannter Schwarzbau gelte.

Die Begründung dafür ist, dass die Bahnstrecke in den 1850er-Jahren gebaut worden ist, damals noch für einige wenige Dampflokomotiven. Heutzutage passierten die Strecke mehr als 400 Züge täglich – ohne dass spätere Änderungen an dem Bau, wie etwa die Elektrifizierung, jemals von den Behörden offiziell genehmigt worden seien. Das sagte Anwalt Clemens Antweiler bei der Sitzung.

Lärmschutz und Tempolimit als Ziele

Ziel der Klage ist, dass die Bahn als Betreiber der Strecke gezwungen wird, Lärmschutzwände zu bauen. Außerdem sollen Güterzüge nicht mehr nachts durchs Tal fahren oder ein Tempolimit verhängt werden. Andere Initiativen gegen Lärm sollen an der Klage beteiligt werden.