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Er ist 96 Jahre alt – aber nicht zu alt, um für seine Gräueltaten bei der SS in Haft zu müssen. Das hat das Bundesverfassungsgericht jetzt im Fall Oskar Gröning entschieden.

Oskar Gröning muss trotz seiner 96 Jahre ins Gefängnis – das hat das Bundesverfassungsgericht am Freitag in Karlsruhe bestätigt.

Gröning mit Überlebender aus KZ; Foto: picture alliance / dpa

Die Überlebende des Konzentrationslagers Auschwitz, Eva Kor, reicht dem SS-Mann Oskar Gröning 2015 in Lüneburg die Hand zur Versöhnung.

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Dagegen hatte Gröning sich wegen seines hohen Alters gewehrt. Er findet nämlich, dass er für eine Haftstrafe schon zu alt und zu krank ist. Bereits Ende November hatte das Oberlandesgericht Celle entschieden, dass der frühere SS-Mann aber trotz seines hohen Alters haftfähig ist.

Gröning wurde schon im September 2016 wegen Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen rechtskräftig verurteilt. Bisher konnte er seine Haft aber durch juristische Beschwerden aufschieben. Das Bundesverfassungsgericht hat jetzt klargestellt: Gröning kann und muss ins Gefängnis. Dort gebe es Ärzte, die sich um ihn kümmern könnten. Das hatte der Amtsarzt gefordert, der Gröning zuvor untersucht hatte.

Gröning soll Haftstrafe bald antreten

Gröning müsse seine Strafe schon bald antreten, sagte die Sprecherin der zuständigen Staatsanwaltschaft in Hannover, Kathrin Söfker.

Es sei ein Gefängnis in Niedersachsen gefunden worden, in dem auch ältere, gebrechliche Gefangene gepflegt werden könnten. In welche Haftanstalt Gröning kommen soll, sagte Söfker nicht.

Das Bundesverfassungsgericht hatte am Freitag festgehalten, dass Grönings Haft jederzeit unterbrochen werden kann, wenn sich sein Zustand verschlechtern sollte.

Autor
Laura Bisch