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Robby ist der letzte Menschenaffe, der in einem deutschen Zirkus gehalten wird. Nach einem Gerichtsurteil soll er seinen Lebensabend auch weiterhin dort verbringen.

Was macht man mit einem Affen, der Jahrzehnte lang in einem Zirkus lebt – soll er dort bleiben oder seine gewohnte Umgebung verlassen und lernen, mit seinen Artgenossen zu leben? Diese Frage beschäftigte erneut ein Gericht in Niedersachsen.

Es geht um Robby. Der Schimpanse ist 47 Jahre alt und wurde von Hand aufgezogen. Er lebt seitdem ausschließlich mit Menschen zusammen. Er ist wohl der einzige Schimpanse, der in einem deutschen Zirkus gehalten wird. Sein Besitzer, der Zirkusdirektors Klaus Köhler, hatte Berufung gegen ein Urteil des Verwaltungsgerichts Lüneburg vom April 2017 eingelegt.

Besitzer: Robby ist wie ein Familienmitglied

Foto zeigt Zirkus-affe Robby mit Zirkusdirektior Klaus Köhler.; Foto: dpa/picture-alliance

Schimpanse Robby und sein Besitzer Klaus Köhler.

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Kontakt zu anderen Affen hatte Robby nach Aussage Köhlers bisher nicht. Für ihn sei der Menschenaffe wie ein Familienmitglied, berichtete die Stuttgarter Zeitung.

In letzter Instanz entschied das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg am Donnerstag, dass Robby weiterhin im Zirkus leben soll. Eine Revision ließ das Gericht nicht zu.

Damit ist ein Rechtsstreit zu Ende, der bereits 2015 begann. Damals entzog der Landkreis Celle dem Zirkus die Erlaubnis, Robby zu halten, und forderte, der Schimpanse müsse mit anderen Affen zusammenleben. Die Tierschutzorganisation PETA setzt sich für die „Freilassung“ von Robby, mit der Aktion „Rettet Robby“ ein.

Robby sollte in eine auf die Resozialisierung von Menschenaffen spezialisierte Einrichtung kommen.

Auffangstation könnte Robby schaden

Laut eines Gutachtens, sei ein Zusammenleben mit anderen Affen möglich. Der Zirkusdirektor bezweifelte das. Er befürchtete: Das Tier könnte in einer Auffangstation verkümmern und schlimmsten Falls sogar sterben. Auch eine Tierärztin und ein Zoodirektor hielten es für riskant, den Affen in seinem hohen Alter noch aus dem Zirkus herauszunehmen – der Schimpanse sehe die Schausteller als seine Familie an.

Dieser Argumentation scheint das Oberverwaltungsgericht nun gefolgt zu sein.