Knapp zwei Jahre nach dem Absturz eines Germanwings-Flugzeugs bietet Lufthansa den Hinterbliebenen an, ihnen weitere Psychotherapien zu zahlen. Aber nur, wenn sie nicht gegen das Unternehmen klagen.

Ganz oder gar nicht?

Nur wenn die Angehörigen nicht klagen und laufende Klagen zurückziehen würden, würden die Kosten für weitere Hilfsmaßnahmen übernommen. Das hat Rechtsanwalt Elmar Giemulla, der Hinterbliebene vertritt, der "Bild"-Zeitung bestätigt. Es lägen mehreren Mandanten solche Erklärungen vor, sagte Giemulla.

Die Fluggesellschaft wies die Vorwürfe zurück. Germanwings und Lufthansa würden aktuell Angehörigen der Opfer in vielen Fällen auf freiwilliger Basis Kosten für bestimmte Leistungen - wie beispielsweise therapeutische Behandlungen - erstatten. "Damit leisten Germanwings und Lufthansa über das gesetzlich verpflichtende Maß hinaus wichtige Hilfe", teilte das Unternehmen auf Anfrage mit.

Lufthansa weist Vorwürfe zurück

"Zu unserem Bedauern wurden eben diese freiwilligen Leistungen von einigen Anwälten genutzt, um juristisch gegen Unternehmen der Lufthansa-Gruppe vorzugehen. Aus diesem Grund können wir dieses freiwillige Angebot nur dann aufrechterhalten, wenn ausgeschlossen ist, dass ebendiese Leistungen nicht gegen uns verwendet werden", heißt es in einer Stellungnahme.

Rechtsanwalt Giemulla hatte im Herbst für fast 200 Hinterbliebene gegen die Lufthansa-Flugschule in Arizona geklagt. Darin werden der Schule, in der der Copilot Andreas Lubitz gelernt hatte, schwere Versäumnisse vorgeworfen.

Im März 2015 hatte der Copilot aus Montabaur die Maschine absichtlich zum Absturz gebracht, 150 Menschen starben. Seine Ausbildung in Arizona hatte er wegen einer schweren Depression mit einer Sondergenehmigung beenden können.

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