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Mario Demuth
Mario Demuth, SWR3; Foto: SWR3
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Vor fünf Jahren starben alle 150 Menschen an Bord des Germanwings-Flugs 9525. Die Maschine zerschellte an einem Berg in Südfrankreich. Gedenkfeiern zum fünften Jahrestag mussten wegen der Corona-Krise abgesagt werden. Einige Menschen gedachten still der Opfer.

An Bord des Flugzeugs waren Passagiere und Crewmitglieder aus 17 Nationen – darunter 72 Menschen aus Deutschland und viele weitere aus Spanien. Die meisten deutschen Opfer kamen aus Nordrhein-Westfalen. In der Maschine saßen auch 16 Schüler und zwei Lehrer aus Haltern am See. Sie flogen von einem Schüleraustausch in Spanien zurück.

Ulrich Wessel, Schulleiter des Joseph-König-Gymnasiums in Haltern am See, steht mit einer weißen Rose vor der Gedenkstätte am Joseph-König-Gymnasium.; Foto: picture alliance/Rolf Vennenbernd/dpa

Ulrich Wessel, Schulleiter des Joseph-König-Gymnasiums

picture alliance/Rolf Vennenbernd/dpa

In Haltern wurde deswegen am Dienstag zur Absturzzeit um 10:41 Uhr mit einer Schweigeminute an die Opfer der Flugzeugkatastrophe vor fünf Jahren erinnert. Gleichzeitig läuteten die Kirchenglocken in der Stadt. Zur Gedenktafel am Joseph-König-Gymnasium kamen nur einige Menschen.

Ursprünglich war geplant, dass sich alle 1.100 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums auf dem Schulhof versammeln. Wegen der Corona-Pandemie musste das abgesagt werden. Die Stadt Haltern rief stattdessen ihre Bürger auf, am Dienstagabend um 19 Uhr als Zeichen der Verbundenheit mit den Hinterbliebenen eine Kerze ans Fenster zu stellen.

NRW-Ministerpräsident Laschet in Videobotschaft: viel Kraft, „gerade in diesen Zeiten“

Das Schulministerium und Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) schickten Trauergestecke nach Haltern. Laschet meldete sich auch in einer Videobotschaft auf Twitter zu Wort. Der Absturz „reißt eine tiefe Wunde in die Herzen von Eltern, Großeltern, Schwestern, Brüdern und Verwandten“. Angehörigen wünscht er viel Kraft, Beistand und Mut, nach vorn zu blicken, „gerade in diesen Zeiten“, in denen sie nicht im großen Kreis Trost und Zuflucht finden könnten:

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Stille Trauer auch in Frankreich

Auch in Südfrankreich wurde eine Gedenkfeier nahe der Absturzstelle abgesagt. Viele Angehörige wollten ursprünglich an einem ökumenischen Gottesdienst teilnehmen. Trotz der Ausgangsperre fand aber eine Zeremonie in kleinem Kreis statt. Um 10:41 Uhr sei ein Blumengebinde auf dem Friedhof von Le Vernet niedergelegt worden, sagte der Bürgermeister Gemeinde Prads Haute-Bléone, Bernard Bartolini, der Deutschen Presse-Agentur. Neben ihm seien wegen der Ausgangsbeschränkungen nur fünf bis sechs weitere Menschen anwesend gewesen.

In Le Vernet gibt es ein Gemeinschaftsgrab, in dem die sterblichen Überreste bestattet wurden, die keinem der Opfer mehr zugeordnet werden konnten.

Ermittlungen zur Absturzursache

Französische Ermittler sind überzeugt, dass der unter Depressionen leidende Co-Pilot die Maschine zum Absturz brachte, um sich selbst zu töten.

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Mario Demuth
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