Autor
Björn Widmann
Björn Widmann, SWR3; Foto: SWR3
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William Moldt ist 1997 spurlos verschwunden. Erst vor wenigen Tagen konnte seine Leiche geborgen werden – dank einem Mann, der Google Earth benutzt hat.

Wellington in Florida hat Wasser. Viel Wasser. Ganz Florida ist eigentlich Sumpfgebiet und Wellington ist einer von vielen Orten, in denen viele es Straßen gibt, an denen jedes Haus an einem See liegt. Einer dieser Seen hat 22 Jahre lang ein Geheimnis für sich behalten.

Dank eines Mannes, der in Wellington gewohnt hat und mit Hilfe der Daten von Google Earth ist der Vermisstenfall um William Moldt aber nun endlich aufgeklärt.

Auto in See erkannt

Der ehemalige Einwohner von Wellington schaute sich beim Online-Kartendienst seine ehemalige Nachbarschaft an. Am Moon Bay Circle stehen schöne, gepflegte Häuser, jedes grenzt mit dem Garten an einen der zahllosen Seen.

In einem der Gewässer sah der Mann aber etwas ungewöhnliches: Die Schemen eines Autos, sagte Polizeisprecherin Teri Barbera vom Palm Beach County. Er habe dann einen ehemaligen Nachbarn kontaktiert, der eine Drohne besitzt. Und auch er konnte nach einem Kameraflug bestätigen, dass dort etwas unter der Wasseroberfläche liegt.

Der Drohnen-Besitzer rief die Polizei, die schließlich einen weißen, „stark verkalkten“ Wagen aus dem See zog. Nachdem die Polizisten das Auto geborgen hatten, durchsuchten sie es und fanden die Überreste eines Skeletts.

Vermisster nach über 20 Jahren gefunden

Schließlich gelang es den Ermittlern, die Knochen zu identifizieren. Der Mann, der sich seine alte Nachbarschaft über Google Earth angeschaut hatte, löste mit seiner Entdeckung einen Vermisstenfall: Der Mann, dessen Skelett noch im Auto war, war William Moldt.

Er wurde im November 1997 zum letzten Mal lebend gesehen. Der damals 40-Jährige hatte gegen Mitternacht einen Nachtclub verlassen, und seiner Freundin am Telefon gesagt, er sei auf dem Weg nach Hause. Einen betrunkenen Eindruck habe er nicht gemacht, hieß es. Zuhause kam Mold nie mehr an.

Als Moldt verschwand wurde in der Gegend um den Moon Bay Circle gerade gebaut. Auch den Teich gab es damals schon. Barry Fay, der ganz in der Nähe der Fundstelle wohnt, sagte der „Palm Beach Post“, er habe das Auto niemals bemerkt: „Niemals habe ich geglaubt, da sei eine 22 Jahre alte Leiche.“

Die Karte zum Detektiv spielen

Auf den aktuellen Satellitenfotos von Google sieht man das Wrack des Autos tatsächlich noch. Hobbydetektive können den Fall also gerne nochmal nachspielen. Aber bitte nicht mehr der Polizei melden: Der Fall ist ja nun aufgeklärt. Endlich.

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