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Beim Thema Google gehen die Meinungen ziemlich schnell auseinander. Jetzt feiert der Weltkonzern seinen 20. Geburtstag – und was ist mit uns?

Sabrina Fritz und Michael Wegmer aus der SWR-Wirtschaftsredaktion können sich beim Thema Google nicht einigen: Billigt der Nutzen der vielen Google-Dienste, dass wir ihnen so viele Daten überlassen? Müssen wir eher Angst haben vor dem riesen Konzern oder ist er unser Freund? Ein Pro und Contra.

Pro: „Ich mag Google!“

Michael Wegmer: „Ich mag Google. Dieser kurze Satz reicht wahrscheinlich schon, um den ein oder anderen Datenschützer verächtlich dreinschauen zu lassen. Aber ich sage das nicht, weil ich naiv bin. Sondern ganz bewusst.

Google bietet jede Menge an schicken und kostenlosen Gimmicks. Die kann ich nutzen und im Gegenzug versucht der Konzern, mit meinen Daten Geld zu verdienen: Speichert Suchanfragen, will über Apps auf mein Handy zugreifen. Das weiß ich, das wissen wir alle. Damit muss man sich auseinandersetzen und kann dann mit einem Klick oder Wisch oder mit kleinen Extrahelfern viel Datensammelei abstellen. Und Google-Produkte ganz entspannt für den Alltag nutzen.

In manchen Situationen sind Alternativen nötig: Suchmaschinen zum Beispiel, die nicht filtern und ihren Algorithmus offenlegen. Für den Rest bin ich mit Google glücklich. Man muss mit den Angeboten nur richtig umgehen lernen. Es geht doch auch niemand in einen Fast Food Laden und jammert anschließend wegen der Kalorien. Deshalb von mir alles Gute zum Geburtstag, Google!“

Contra: „Ich fürchte Google!“

Sabrina Fritz: „Ich fürchte Google! Weil der Konzern übermächtig geworden ist. In anderen Branchen wäre eine solche Dominanz unvorstellbar. Würden wir alle nur ein Auto fahren, einem Medikament vertrauen oder in einem Supermarkt einkaufen? Doch beim sensiblen Thema Internet lassen wir das zu.

Bei Google kann man fast überall 'die größte' davor schreiben: Größte Suchmaschine, größter E-Mail-Anbieter und mit Youtube die größte Videoplattform. Google Maps weiß, wo ich am Wochenende war; der Googel-Kalender, mit wem ich mich dort getroffen habe. Unternehmen, die in der Google-Suche nicht unter den ersten 20 auftauchen, zittern um ihre Existenz.

Ich finde es nach wie vor beängstigend, dass ich „Wetter New York“ google und wenig später Hotelangebote auf meiner Internetseite finde. Google zahlt wie andere Internetriesen auch kaum Steuern und kann mit seinem Milliardengewinn Konkurrenten schlucken wie Kaubonbons. Wir müssen unseren Alltag in mehrere Hände legen, auch wenn er dadurch unbequemer wird!“

Autor
SWR3