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Computerexperten warnen vor einer großen Sicherheitslücke bei Computerchips. Grund dafür ist eine eigentlich ganz gute Funktion vieler Prozessoren. Sie scheint allerdings unsere Daten unsicher zu machen.

Erst sah es so aus, als betreffe die Sicherheitslücke nur Computer mit Intel-Chips. Doch auch andere Hersteller scheinen die Fehler in ihren Prozessoren verbaut zu haben. Zum Beispiel auch die Firma ARM, deren Chips in vielen Android-Smartphones stecken. Ein weiterer Hersteller, AMD, behauptet zwar, seine Hardware sei von dem Problem nicht berührt. Dem widersprechen aber einige Sicherheitsexperten.

Eigentlich eine nette Funktion...

Nur so viel ist im Moment sicher: Der Grund für die Sicherheitslücke ist die spezielle Bauweise von vielen Prozessoren. Dabei geht es um die Zeit, in der die Chips eigentlich gerade nichts zu tun haben. Ein Teil von ihnen rechnet trotzdem weiter. Damit soll erreicht werden, dass das, was der Nutzer wahrscheinlich irgendwann sowieso tun möchte, schneller zur Verfügung steht.

Die Technologiereporterin der Webseite axios.com, Ina Fried, sagt, das sei nützlich, aber auch gefährlich: „Wissenschaftler haben herausgefunden, dass solch ein System die Chips für Angriffe verwundbar macht.“ Passwörter und andere wichtige Dateien sind so nicht mehr sicher.

Keiner ist sicher

Jetzt sind also die Hersteller der Betriebssysteme gefragt. Sie müssen ihre Software ändern und so genannte Patches veröffentlichen. Betroffen sind nicht nur Rechner mit Windows-System, sondern alle Hersteller (auch Linux und die Apple-Systeme). Sogar die Betriebssysteme unserer Smartphones müssen vermutlich geflickt werden, so Fried.

Werden die Geräte nach dem Update langsamer?

Ein Gerücht geht noch um über diese Patches: Sie sollen die Rechner langsamer machen. Hersteller Intel widerspricht dem. Auch Tech-Reporterin Fried glaubt nicht, dass ein Nutzer nach einem Update Geschwindigkeitseinbußen feststellen wird. Letztendlich muss man aber wohl abwarten, was passiert, wenn die Patches draußen sind.

Computer- und Smartphone-Nutzer sollten auf jeden Fall nachschauen, ob es ein Update gibt und das auch machen. Es ist wohl eher riskant, damit zu warten – selbst, wenn das Gerät dann erst mal ein wenig langsamer laufen sollte.