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Mario Demuth
Mario Demuth, SWR3; Foto: SWR3
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Soll die Bundesregierung deutsche IS-Anhänger aus Syrien zurück nach Deutschland holen? Im Fall zweier aus Baden-Württemberg stammender IS-Waisenkinder wollen ihre Großeltern genau das vor Gericht erzwingen.

Die Bundesregierung soll zwei IS-Waisenkinder aus Syrien nach Deutschland holen. Das fordern die aus Baden-Württemberg stammenden Großeltern von zwei Kindern, die in einem syrischen Flüchtlingslager leben.

Mutter kam bei Kämpfen ums Leben

Ihre Mutter – eine Anhängerin der Terrormiliz IS – soll bei Kämpfen um die letzte IS-Bastion in Baghus ums Leben gekommen sein.

Der Anwalt der Großeltern erklärte in einem Interview mit dem Deutschlandfunk, dass das Flüchtlingslager, in dem die zwei- und vierjährigen Mädchen leben, völlig überfüllt sei.

Anwalt warnt vor sexuellen Übergriffen

Bild von Kindern im Flüchtlingslager Ain Issa in Syrien; Foto: picture alliance / Morukc Umnaber/dpa

Im Flüchtlingslager Ain Issa in Syrien leben viele Kinder aus IS-Familien.

picture alliance / Morukc Umnaber/dpa

Er warnte vor der schlechten medizinischen Versorgung: „Es besteht die Gefahr des Ausbruchs von Seuchen, und es besteht natürlich auch die Gefahr sexueller Übergriffe, insbesondere in Bezug auf schutzlose Kinder.“

Die Großeltern leben in Baden-Württemberg und haben laut Medienberichten die Vormundschaft für die beiden Kinder. Ihren Eilantrag haben Sie in Berlin gestellt, weil es der Sitz der Bundesregierung ist.

Kann oder will die Bundesregierung nicht?

Das Auswärtige Amt argumentiert den Berichten zufolge mit der geschlossenen deutschen Botschaft in der syrischen Hauptstadt Damaskus. Deswegen könne keine konsularische Hilfe in dem Land geleistet werden.

Der Anwalt der Großeltern vermutet eine andere Motivation: „Es scheint mir mehr so zu sein, dass die Bundesregierung nicht will und nicht etwa nicht kann“, sagte er dem Deutschlandfunk. Seiner Ansicht nach könne die Bundesregung in Syrien durchaus aktiv werden – beispielsweise durch Geheimdienste.