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Für die Landwirtschaft wurde Glyphosat für fünf weitere Jahre von der EU zugelassen – jetzt fordern die Grünen ein Verbot für den Privatgebrauch des Unkrautgifts.

Im Baumarkt aus dem Sortiment raus, im Internet nachgefragt

Mit einem Verbot könne man die „unsachgemäße Anwendung“ des Unkrautgifts Glyphosat verhindern, so die Grünen.

Zwar hätten fast alle Baumärkte das Mittel mittlerweile aus dem Sortiment genommen, das bedeute aber nicht, dass es deshalb weniger von Privatleuten genutzt wird. Denn: Seither habe der Handel mit Glyphosat im Internet zugenommen. Das sagte der Bundestags-Fraktionsvize Oliver Krischer am Freitag.

Problem: Internethändler beraten nicht genügend

Der Handel im Internet bringe aber besondere Probleme mit sich, da hier nicht genügend bis gar nicht beraten werde, wie das Mittel anzuwenden ist, so Krischer weiter. Und auch der Agrarexperte Harald Ebner findet: „Das birgt unkalkulierbare Risiken.“

Dabei gibt es für den Online-Handel mit Pflanzenschutzmitteln strenge Regeln: Verkäufer müssen ihre Kunden über die Verwendung solcher Mittel informieren – gerade weil eine persönliche Beratung ausfällt. Zudem müssen Händler eigentlich eine Beratung etwa am Telefon ermöglichen. So steht es auch in den Leitlinien beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Das ist Glyphosat

Glyphosat ist seit den siebziger Jahren der weltweit am häufigsten eingesetzte Unkrautvernichter. Bauernverbände halten es für ein wirksames Mittel und wollen es möglichst lange weiterverwenden – Umweltschützer und einige Politiker fordern dagegen ein sofortiges Verbot. Der Unkrautgift steht im Verdacht, Krebs auszulösen. Umweltschützer fürchten zudem negative Folgen für die Tier- und Pflanzenwelt. Außerdem wird der Stoff mit Unfruchtbarkeit, Geburtsfehlern, Schäden des Nervensystems und Nierenerkrankungen in Zusammenhang gebracht. Im März 2015 hatte die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) einen Bericht veröffentlicht, dem zufolge das Pflanzengift für den Menschen „wahrscheinlich krebserregend“ ist. Andere Institute, darunter das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa), stufen Glyphosat allerdings als nicht akut gesundheitsgefährdend ein.

Autor
Laura Bisch