Hacker erpressen eine Kette von Schönheitskliniken in Litauen und stellen tausende Fotos der Patienten online. Klingt weit weg – die Klinik hat allerdings Patienten aus mehr als 60 Ländern, wahrscheinlich auch Deutschland.

Die Hacker haben Datenbanken mehrerer Schönheitskliniken geknackt und mehr als 25.000 Fotos von Patienten veröffentlicht – darunter auch Nacktbilder. Auch Daten vieler Patienten stehen jetzt im Netz.

Häppchenweise online gestellt

Die Bande namens „Tsar Team“ habe die Server der litauischen Klinikkette bereits vor einiger Zeit attackiert und dann von Kliniken in Deutschland, Dänemark, Großbritannien und anderen EU-Ländern Lösegeld verlangt. Weil die nicht reagiert haben, seien im März erste Daten veröffentlicht worden, so ein Sprecher. Der Rest ist jetzt online gegangen.

Nicht nur Fotos dabei

Der Chef der Klinik sagt, die Erpresser hätten von den Patienten jeweils bis zu 2000 Euro verlangt. Andernfalls hätten sie gedroht, Nacktfotos, Passkopien, Sozialversicherungsnummern und andere Daten zu veröffentlichen. Von der Klinik selbst hätten die Hacker außerdem 344.000 Euro haben wollen.

Auch Runterladen ist strafbar!

Wie viele Patienten betroffen sind? Unklar, sagt der Chef der Kriminalpolizei in Vilnius, Andzejus Raginskis. Es hätten sich aber schon Dutzende gemeldet, weil sie erpresst würden. Bei der Ermittlung arbeite man mit Geheimdiensten anderer Länder zusammen. Bisher ist auch nicht ganz klar, ob auch die Daten und Bilder deutscher Patienten im Netz gelandet sind.

Klar ist aber: Wer die gestohlenen Daten herunterlädt, macht sich strafbar. Wer ein solches Foto entdeckt, sollte das den Seitenbetreibern, Google oder der Polizei melden.