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Cornelia Stenull
Cornelia Stenull, SWR3; Foto: SWR3
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Wer sich mit Hantaviren infiziert, kann schwer krank werden – bis hin zum akuten Nierenversagen. Die Viren werden über den Kot von Mäusen ausgeschieden und dann eingeatmet, meist wenn irgendwo Staub aufgewirbelt wird.

In diesem Jahr könnten besonders viele Menschen am Hantavirus erkranken. „2019 ist ganz deutlich ein Ausbruchsjahr“, sagte Mirko Faber, Wissenschaftler am Robert Koch-Institut. Vor allem der Südwesten Deutschlands könnte betroffen sein, beispielsweise die Schwäbische Alb, der Raum Stuttgart oder der Odenwald.

Hantavirus-Infektionen bei der Polizei in Göppingen

Bei der Bereitschaftspolizei in Göppingen herrscht wegen des Virus momentan Alarm. Drei Beamte des Polizeipräsidiums sind laut SWR-Informationen am Hantavirus erkrankt. Sie mussten mit schweren Nieren- und Lungenbeschwerden in eine Klinik eingeliefert werden. Wo sie sich angesteckt haben, ist unklar.

So werden die Hantaviren übertragen

In Deutschland verbreiten vor allem Rötelmäuse die Hantaviren; Foto: picture alliance / Lehtikuva Kimmo Taskinen/Lehtikuva_Oy/dpa

In Deutschland verbreiten vor allem Rötelmäuse die Hantaviren

picture alliance / Lehtikuva Kimmo Taskinen/Lehtikuva_Oy/dpa

Nagetiere wie Mäuse oder Maulwürfe können mit dem Hantavirus infiziert sein, auch bei Fledermäusen wurde er schon nachgewiesen. In Deutschland verbreiten vor allem Rötelmäuse die Hantaviren.

Die Viren werden über Speichel, Urin oder Kot ausgeschieden. Sobald irgendwo Staub aufgewirbelt wird – zum Beispiel beim Joggen oder Fahrradfahren, beim Ausmisten von Garagen oder Aufräumen von Dachböden – kann der Erreger über die Luft eingeatmet werden.

Deswegen raten Gesundheitsexperten, beim Saubermachen von Garagen oder Dachböden Atemschutzmasken und Einmalhandschuhe zu tragen und den Abfall dann in verschließbare Mülleimer zu entsorgen. Von Mensch zu Mensch werden die Viren nicht übertragen.

Diese Symptome haben Erkrankte

Je nach Virus-Typ läuft die Infektion unterschiedlich schwer. Die Erkrankung beginnt meist mit plötzlich einsetzendem Fieber, das über drei bis vier Tage anhält. Zusätzlich treten grippeähnliche Symptome wie Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen auf. Nach einigen Tagen kommt es oft zu Bauchschmerzen mit Durchfall und Erbrechen. Auch Kreislaufstörungen sind möglich.