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Die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt gegen Ex-Fußball-Nationalspieler Christoph Metzelder. Er steht im Verdacht, Kinderpornos verbreitet zu haben.

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte, derzeit werde Material ausgewertet, das am Dienstag bei einer Hausdurchsuchung in der Wohnung Metzelders in Düsseldorf sichergestellt worden sei. Es gebe derzeit keinen Haftbefehl gegen Metzelder, teilte die Staatsanwaltschaft Hamburg mit, der 38-Jährige kooperiere mit den Ermittlern.

Stellungnahme der Staatsanwaltschaft Hamburg erwartet

Von der Staatsanwaltschaft Hamburg hieß es, bei der Polizei Hamburg sei ein Hinweis eingegangen. Inhalt: Metzelder soll kinderpornografische Bilder über eine Chat-App an eine Frau in Hamburg verschickt haben. Daraufhin habe man die Ermittlungen eingeleitet. In welchem Verhältnis die Frau zu Metzelder steht, ist nicht klar.

Weil sich die Hamburger Polizei mit dem Fall befasst, ist die Staatsanwaltschaft Hamburg zuständig.

Wie könnte es weitergehen?

Durchsuchungen dürfen nur durch einen Richter angeordnet werden – es sei denn, es besteht Gefahr im Verzug. Auch für die Untersuchungshaft braucht es einen Richter, der den Haftbefehl anordnet, wenn die Voraussetzungen vorliegen. Ein Anfangsverdacht reicht hier dann aber nicht mehr aus.

Erforderlich ist hier der „dringende Tatverdacht“. Die Wahrscheinlichkeit muss danach groß sein, dass der Beschuldigte Täter oder Teilnehmer einer Straftat ist. Zu dem dringenden Tatverdacht muss ein so genannter Haftgrund hinzukommen. Das ist zum Beispiel die Fluchtgefahr, wenn es Anhaltspunkte gibt, dass sich der Beschuldigte dem Strafverfahren entziehen könnte.

Oder auch die Verdunklungsgefahr, wenn die begründete Gefahr besteht, dass Beweismittel beiseitegeschafft oder beeinflusst werden könnten. Die Untersuchungshaft ist also nur zulässig, wenn die vollständige Aufklärung der Tat oder die Durchführung des Verfahrens nicht anders gesichert werden können. Am Ende des Ermittlungsverfahrens prüft die Staatsanwaltschaft, ob es zu einer Anklage und damit zum Prozess kommt.

Metzelder ist früherer Nationalspieler

Metzelder spielte bei Borussia Dortmund, Real Madrid und Schalke 04. Zwischen 2001 und 2007 war er im Kader der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. 2013 beendete er seine Profi-Karriere.

Seit diesem Sommer ist Metzelder als Fußball-Experte bei der ARD tätig. Die reagierte auf die Vorwürfe und Ermittlungen. ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky teilte mit: „Bis zur Klärung der Vorwürfe werden wir die Zusammenarbeit mit Christoph Metzelder ruhen lassen.“