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Weil die Politiker in Washington über den Haushalt streiten, fehlen im fernen Joshua-Tree-Nationalpark Mitarbeiter. Die Folge: Müll, Autospuren, verstopfte Toiletten. Nun wird der Park geschlossen.

Vier Millionen Touristen kommen jedes Jahr in den Joshua-Tree-Nationalpark. Die Wüstenlandschaft im Südosten Kaliforniens zieht die Besucher aus mehreren Gründen an: die Bäume, die Einsamkeit, die Weite, dazu Wanderpfade und Felsformationen.

Wildpinkeln und Initialen in Bäumen

Joshua Trees; Foto: imago

Selbst die namensgebenden Bäume des Joshua Tree Parks bekommen den Shutdown zu spüren: Niemand sorgt für Ordnung, Besucher ritzten ihre Initialen in die Rinde

imago

Doch im Moment bietet der Park auch allerlei Unappetitliches: Müllhaufen und verstopfte Toiletten. Viele Besucher erleichtern sich am Wegesrand. Noch schlimmer: Die Leute würden ihre Zelte aufschlagen, wo sie nicht sollten, und in Parkabschnitte fahren, die eigentlich nicht zugänglich sind, sagte der freiwillige Helfer John Lauretic dem Sender KRDO.

Im Joshua-Tree-Nationalpark sind in den vergangenen drei Wochen neue Trampelpfade entstanden, Autospuren finden sich überall. Selbst die namensgebenden Joshua Trees blieben nicht verschont – Besucher ritzten ihre Initialen in die Rinden der ikonischen Bäume ein.

Auf unbestimmte Zeit geschlossen

Bereits in der vergangenen Woche wurden aus Sicherheits- und Hygienegründen die Campingplätze in dem Nationalpark geschlossen. Nun entschied die Bundesverwaltung, den Park ganz dicht zu machen. Am Donnerstagmorgen um 8 Uhr Ortszeit – im Laufe des Nachmittags unserer Zeit – senkt sich der Schlagbaum. Auf unbestimmte Zeit.

Die Zeit wollen die verbliebenen Park-Mitarbeiter nutzen, um aufzuräumen und aufzupäppeln. Lauretic sagt, die Landschaft sei sehr empfindlich und brauche nun Zeit sich zu erholen.

Streit im fernen Washington ist der Grund

Es sind die Folgen des Haushaltsstreits im fernen Washington. Der Regierungsapparat steht still, weil Präsident Donald Trump sich weigert, einen Haushaltsentwurf zu unterschreiben, in dem nicht mehr als fünf Milliarden Dollar für den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko vermerkt sind.

Knapp 800.000 Staatsbedienstete sind betroffen, darunter auch 16.000 Park-Mitarbeiter, die nach Hause geschickt wurden. Es fehlt nun an Personal, das die Parks in Schuss hält, das Eintrittsgeld abkassiert, Toiletten reinigt oder aushilft, wenn sich jemand verletzt.

Trump: Gespräch war „Zeitverschwendung“

Am Mittwoch sollte ein klärendes Gespräch zwischen dem Präsidenten und der Demokraten-Opposition in Washington Bewegung in den festgefahrenen Haushaltsstreit bringen. „Was wir erlebt haben“, so der demokratische Senator Chuck Schumer, „war ein Wutanfall. Er konnte seinen Willen nicht bekommen, da ist er einfach gegangen.“ Er habe auf den Tisch gehauen, sagt Schumer. Es sei „Zeitverschwendung“ gewesen, twitterte Trump. Somit bleibt es beim Shutdown. Noch zwei Tage, dann ist es der längste Regierungsstillstand in den USA aller Zeiten.

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