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Über eine Milliarde Euro hat die neue BND-Zentrale gekostet. Jetzt ist sie offiziell eröffnet. In einem rasant geschnittenen Video lässt Deutschlands Auslandsgeheimdienst einen Blick ins Innere zu.

Knapp elf Jahre nach der Grundsteinlegung hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Freitag die neue Zentrale des Bundesnachrichtendienstes (BND) in Berlin eröffnet. Rund 4.000 der 6.500 Geheimdienstler des BND arbeiten nun in dem riesigen Neubau mitten in Berlin. Wie es dort aussieht, zeigt ein Video des BND:

Spionage und Auswertung auf 260.000 Quadratmetern

Der Neubau war nicht ganz billig: Zu den Baukosten von einer Milliarde Euro kommen 206 Millionen Euro für Einrichtungskosten, Möbel und Technik. 100.000 Umzugskartons mussten gepackt und verschickt werden – sie seien aneinander gereiht 55 Kilometer lang, hat der BND mitgeteilt.

Jetzt ist der Umzug aus dem bayerischen Pullach südlich von München weitgehend abgeschlossen. Rund 4.000 der 6.500 Geheimdienstler des BND arbeiten nun in dem Neubau. Ihr Arbeitsplatz ist 260.000 Quadratmeter groß, was rund 36 Fußballfeldern entspricht. In dem Gebäude liegen 20.000 Kilometer Glasfaserkabel und 10.000 Kupferkabel.

Auffällig sind zwei riesige Palmen aus Stahl, die auf dem Gelände stehen und von denen eine 22 Meter hoch ist. Die „Bäume“ auf der Rückseite des Neubaus seien keine Abhöranlagen, sondern „Kunstobjekte“ hat der Berliner Senat Ende Januar versichert.

Und was passiert dort?

Der Bundesnachrichtendienst ist neben dem Bundesamt für Verfassungsschutz und dem Militärischen Abschirmdienst einer von drei gesamtdeutschen Geheimdiensten. Seine spezielle Aufgabe ist die Auslandsaufklärung.

Viele der Beamten sind Länderspezialisten. Sie werten vor allem offen zugängliche Informationen, wie Zeitungsartikel oder Analysen von Denkfabriken aus oder beobachten die politische und außerpolitische Szene eines Landes.

Die gute alte Spionage gibt es natürlich auch: Agenten – meist Einheimische, gelegentlich auch deutsche Geschäftsleute – werden dann gegen Geld als Quellen angeworben und regelmäßig unter im Geheimen kontaktiert und befragt.

Darüber hinaus werden speziell ausgebildete Agenten meist in Zweierteams in Krisengebiete geschickt, um sich beispielsweise mit Rebellenführern zu treffen, um mehr über deren Pläne zu erfahren – oder auch um deutschen oder ausländischen Geiseln zur Freiheit zu verhelfen.

Autor
Christian Kreutzer
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SWR3