Autor
Hans Liedtke
Hans Liedtke, SWR3; Foto: SWR3
Stand:

Die Klettersaison auf dem höchsten Berg der Welt verläuft in diesem Jahr besonders tragisch. Mindestens zehn Menschen sind in der letzten Woche auf dem Mount Everest umgekommen. Einige Bergsteiger sagen, lange Wartezeiten sorgen für Streit und mehr Gefahren.

Auf dem Mount Everest sind erneut zwei Bergsteiger ums Leben gekommen. Ein Brite und ein Ire seien auf dem höchsten Berg der Welt am Samstag gestorben, teilten die Organisatoren ihrer Touren mit. Damit verloren in der letzten Woche bereits zehn Menschen auf dem Everest ihr Leben. Vergangenes Jahr hatte es während der gesamten Klettersaison fünf Todesopfer gegeben.

Tödlicher Ansturm auf den Mount Everest; Foto: Imago

Nachrichten Tödlicher Ansturm auf den Mount Everest

Dauer

Lebensgefährliche Staus in der Todeszone

Beobachter sagen, manche der Todesfälle könnten damit zusammenhängen, dass zu viele Bergsteiger auf einmal versuchen, den Berg zu erklimmen. Weil immer mehr Bergsteiger das „Dach der Welt“ besteigen wollen und Nepal sehr viele Genehmigungen dafür erteilt, kommt es in der sogenannten Todeszone des Everest oberhalb von 8.000 Metern zu langen und lebensgefährlichen Staus.

Du hast DNT aktiviert. Wir stellen die Verbindung zu Facebook erst her, wenn du dies erlaubst. Die Einwilligung ist freiwillig und gilt nur temporär. Mehr dazu findest du in unseren Datenschutzhinweisen.
Den Beitrag bei Facebook ansehen.

Europäer starben in Gipfelnähe

Der Touren-Veranstalter Everest Parivar Expedition teilte mit, ein 44-jähriger britischer Bergsteiger habe zwar den Gipfel des 8.848 Meter hohen Berges erreicht, sei dann aber nach nur 150 Metern beim Abstieg zusammengebrochen und gestorben.

Ein anderer Bergsteiger aus Irland starb nach Angaben seines Tour-Veranstalters auf der tibetischen Seite des Berges. Der 56-Jährige war demnach auf dem Weg zum Gipfel umgekehrt, aber dann am North-Col-Pass auf 7.000 Metern Höhe in seinem Zelt gestorben.

Schon mehr als 5.000 Bergsteiger

Seit der ersten Besteigung des Everest im Jahr 1953 schafften es inzwischen mehr als 5.000 Menschen auf den Gipfel des Bergs an der Grenze zwischen Nepal und dem von China verwalteten Tibet. Mehrere Hundert kamen jedoch bei dem Versuch ums Leben.

Wegen der schwierigen Witterungsbedingungen ist die Hauptsaison auf wenige Wochen im Frühjahr begrenzt. Für die Genehmigung zahlen ausländische Bergsteiger umgerechnet rund 9.000 Euro. In dieser Saison wurden 375 Genehmigungen erteilt.