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Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will bis Ende des Jahres ein Recht auf Home-Office einzuführen. Jetzt zeigt eine Studie: Home-Office bedeutet Überstunden - vor allem für Eltern.

Flexible Arbeitszeiten können helfen, Familie und Job unter einen Hut zu bringen. Die Beschäftigen zahlen dafür aber einen hohen Preis. Home-Office bedeutet zusätzliche Überstunden und zementiert alte Rollenmuster, heißt es nun in einer Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

Väter arbeiten knapp vier Stunden mehr

Arbeitszeitforscherin Yvonne Lott hat eine Umfrage unter 30.000 Bundesbürgern ausgewertet. Das Ergebnis scheint alarmierend: Väter, die sich ihre Arbeitszeit frei einteilen können, arbeiten knapp vier Stunden zusätzlich pro Woche.

Bei Müttern sind es deutlich weniger Überstunden. Frauen verbringen dafür aber mehr Zeit mit ihren Kindern. Das Plus bei der Betreuungszeit beträgt drei Stunden pro Woche, heißt es in der Studie.

Expertin fordert Regeln beim Home-Office

Arbeitszeitforscherin Lott hält das Recht auf Home-Office trotzdem für sinnvoll. Von Politik und Wirtschaft fordert sie aber Regeln, wie etwa mehr Partner-Monate beim Elterngeld. Die könnten Väter dazu motivieren, sich stärker bei der Kinderbetreuung zu engagieren.

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