Die Winzer in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg versuchen verzweifelt, ihre Rebstöcke gegen die plötzliche Kälte zu schützen. Hubschrauber und rätselhafte Lichter sind teil der Rettungsaktionen in den Weinbergen.

Lausige Kälte, Regenwetter und sogar Schnee haben seit dem Osterwochenende vielen die Frühlingsgefühle verhagelt.

Richtig hart trifft die späte Kälte die Winzer und Obstbauern. Bei minus einem bis minus eineinhalb Grad ist für sie an Schlafen nicht mehr zu denken. Bei diesen Temperaturen droht am Weinberg das große Sterben. Die jungen Triebe haben kaum eine Chance, unbeschadet durch die Nacht zu kommen. Und das hält die Winzer auf Trab.

Hubschrauber sollen die Luft verwirbeln

In Dudweiler in Rheinland-Pfalz versuchen sie, ihre Rebstöcke mit Windrädern zu wärmen. Die Rotorblätter sollen die kalte Luft am Boden mit wärmerer Luft mischen. Wo es keine Windräder gibt, lässt man Hubschrauber aufsteigen, um den gleichen Effekt zu erzielen. Der Württembergische Weinbauverband startet am Donnerstag und Freitag erstmals einen Großversuch mit Hubschraubern gegen Spätfrost.

Frostschäden; Foto: dpa/picture-alliance

Paraffinfackeln sollen die Rebstöcke gegen Frostschäden schützen.

dpa/picture-alliance

Bis zu fünf Hubschrauber sollen ab Donnerstagfrüh starten. Sie fliegen im Main-Tauber-Kreis, im Kreis Heilbronn und im Hohenlohekreis.

Hunderte Flammen je Hektar

Günstiger ist es, sogenannte Frostkerzen aufzustellen. Das sind einfache Paraffin-Fackeln, von denen man pro Weinberg allerdings hunderte braucht. Die vielen Flammen erzeugen einen Luftsog, über den kalte und warme Luft vermischt werden.

Obstbauern gehen wieder anders vor. Viele haben große Heizlüfter rangeholt, mit denen sie durch die Plantagen fahren. Die Süßkirschen stehen in voller Blüte. Wenn die Blüten einfrieren, war's das mit den heimischen Kirschen.