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Christian Kreutzer
Christian Kreutzer, SWR3; Foto: SWR3
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Es geschieht jedes Jahr – und wird schlimmer: Hunderte Delfine werden tot an der französischen Altantikküste angespült. Tierschützer glauben: Es könnten in Wahrheit viele tausende sein, die der Fischerei zum Opfer fallen.

Hunderte tote Delfine sind seit Jahresbeginn an Frankreichs Atlantikküste angespült worden. Die Beobachtungsstelle Pelagis zählte bis zum vergangenen Wochenende rund 670 tote Tiere an den Stränden. Da seien mehr als im gleichen Zeitraum im Vorjahr, hieß es.

Kadaver tragen Spuren von Fanggeräten

Tote Delfine werden auf einen Transporter geladen.; Foto: picture alliance/Olivier Van Canneyt/Observatoire Pelagis (CNRS-La Rochelle Université)/dpa

Frankreichs Atlantikküste bei Grayan-Et-L'Hopital: Tote Delfine werden auf einen Transporter geladen.

picture alliance/Olivier Van Canneyt/Observatoire Pelagis (CNRS-La Rochelle Université)/dpa

Bereits im vergangenen Winter hatte die Zahl der tot angespülten Delfine Rekordwerte erreicht und für Bestürzung gesorgt. Am stärksten betroffen seien in diesem Jahr die Küsten des Golfs von Biskaya – insbesondere die Departements Vendée und Bretagne, so der Wissenschaftler Matthieu Authier von der Universität La Rochelle, der auch für Pelagis tätig ist.

An vielen der Tiere seien Spuren von Fanggeräten sichtbar, sie seien höchstwahrscheinlich Beifang von Fischern gewesen, so Pelagis. Die Wissenschaftler geben zu bedenken, dass ein Großteil der getöteten Tiere gar nicht an Land gespült wird, sondern auf den Meeresgrund sinkt – die Zahl der toten Delfine also noch weitaus größer sein dürfte.

Tausende sinken wohl tot zum Meeresgrund

Schätzungen zufolge sind im Jahr 2019 mehr als 11.000 Delfine vor Frankreichs Küsten gestorben. Wissenschaftler und Tierschutzverbände machen zu engmaschige Netze von Fischern für den Tod der Delfine verantwortlich.

Die Tierschützer der Organisation Sea Shepherd werfen den Fischereiverbänden eine „skandalöse Haltung“ vor, die den gesamten Berufsstand beflecke, wie es etwa in einer Mitteilung heißt.

„Wisst Ihr, wie 11.000 Delfine vor der Küste Frankreichs gestorben sind?“, heißt es in diesem Tweet, der Organisation zum Video. „Schaut unter die Oberfläche, um es herauszufinden – nehmt euer Smartphone und schaltet den Ton ein.“

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Fischer fühlen sich von Umweltschützern „schikaniert“

Der Präsident des Fischereiausschusses der Bretagne kritisiert hingegen die Tierschützer. Diese würden nachts stundenlang die Fischer bei der Arbeit filmen, sagte Olivier le Nezet jüngst dem Sender France Bleu. Das sei „Schikane“.

Frankreichs Regierung hatte zuletzt einen Plan zum Schutz der Delfine verabschiedet: Seit 2020 sind sogenannte Pinger während der Hauptsaison im Winter für bestimmte Fischdampfer Pflicht. Diese kleinen Geräte geben akustische Signale ab und sollen Delfine von den Netzen vertreiben. Frankreich verhandelt mit Brüssel, um sicherzustellen, dass die Maßnahme für alle Schiffe gilt, sowohl für französische als auch für ausländische.