Hussein K., der Angeklagte im Prozess um den Mord an der 19-jährigen Studentin Maria L. in Freiburg, hat sich am Sonntag in seiner Zelle offenbar die Pulsadern aufgeschnitten.

K. hatte beim Hofgang eine Rasierklinge gefunden, eingesteckt und sich damit später die Pulsadern der linken Hand aufgeschnitten. Er wurde jedoch rechtzeitig entdeckt und seine Wunde im Gefängnis-Krankenhaus genäht. SWR-Reporter Peter Steffe berichtet von einem Verband an K.‘s linkem Handgelenk.

Leidensdruck, aber keine geistigen Erkrankungen

Der Prozess am Dienstag begann daher mit Verzögerungen, da ein Gutachter zunächst seine körperliche und geistige Verhandlunsgfähigkeit untersuchte. Ihm zufolge waren aber keine Einschränkungen festzustellen. Er erklärte K. für verhandlungsfähig. Bei ihm lägen – obwohl er leide – auch keine psychopathologischen Erkrankungen vor.

K. hatte bereits zuvor zwei Mal versucht, sich zu töten. Das erste Mal gleich um Weihnachten 2016 – kurz nach seiner Verhaftung.

Dem jungen Mann – dessen wahres Alter nach wie vor als unsicher gilt – wird brutale Vergewaltigung und Mord an der 19-jährigen Frau im Oktober vergangenen Jahres vorgeworfen. Er hat die Tat bereits gestanden.

Experten halten Angeklagten für erwachsen

Am Dienstag berichtete eine Gutachterin über die DNA-Spuren des mutmaßlichen Mörders am Tatort. Demnach fand sie sowohl am Tatort, als auch an seinem Opfer zahlreiche DNA-Spuren K.‘s.

In der vergangenen Woche waren Gutachter in dem Prozess bei der Altersbestimmung des Angeklagten zum Ergebnis gekommen, dass er zum Tatzeitpunkt vermutlich mindestens 22 Jahre alt war. Wenn das Gericht dem folgt, müsste Hussein K. nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt werden. Von dieser Entscheidung hängt auch das Strafmaß ab.