Autor
Vanessa Valkovic
Vanessa Valkovic, SWR3; Foto: SWR
Stand:

Im Pazifik sind ein russisches und ein amerikanisches Kriegsschiff beinahe kollidiert. Schuld daran soll der jeweils andere sein.

Es war knapp: Die beiden Schiffe hatten sich bis auf wenige Meter genähert. In letzter Minute konnte ein Zusammenstoß mitten auf dem Meer verhindert werden.

Laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax werfen die Russen den Amerikanern „Rowdytum“ vor. Diese sagten wiederum vor Reportern, man wolle offiziellen Protest einlegen. Die russische Pazifikflotte hatte zuvor mitgeteilt, ihrem U-Boot-Zerstörer „Admiral Winogradow“ sei von der „USS Chancellorsville“ der Weg abgeschnitten worden. Daraufhin habe die „Admiral Winogradow“ ein Notfallmanöver einleiten müssen, um einen Zusammenstoß zu vermeiden.

Gegenseitige Schuldzuweisungen

Die Siebte Flotte der US-Marine sieht das anders: Der Grund für die Beinahe-Kollision sei ein „gefährliches und unprofessionelles“ Manöver des russischen Schiffes gewesen. Die „Admiral Winogradow“ habe von hinten kommend stark beschleunigt und habe so das US-amerikanische Schiff und seine Besatzung in Gefahr gebracht.

Die Russen hätten den Kurs gewechselt und das US-Schiff bedrängt. Die Luftaufnahme eines Hubschraubers, der auf der "Chancellorsville" landen wollte scheint das zu belegen. Sie zeigt den kurvenförmigen Verlauf des Kielwassers der Russen. Moskau behauptet das Gegenteil.

Die Aufnahmen des US-Helikopters sind im Video zu sehen:

Immer wieder Konflikte im Wasser und der Luft

Das russische und das US-amerikanische Militär beschuldigen sich regelmäßig gegenseitig, für gefährliche Flug- und Schiffsmanöver verantwortlich zu sein. Das Verhältnis zwischen den beiden Staaten ist angespannt – unter anderem wegen der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim und der mutmaßlichen Einmischung Russlands in den US-Präsidentschaftswahlkampf.