Der ein oder andere hat es vielleicht schon vermutet: Menschen pinkeln ins Becken. Wissenschaftler in Kanada haben das nun mit einer neuen Methode bewiesen.

Die Wissenschaftler haben in zwei öffentlichen Schwimmbädern in Kanada über mehrere Wochen hinweg Proben untersucht, wie der Guardian schreibt. Das Ergebnis: In den Becken schwimmen durchschnittlich 75 Liter Pipi. Das entspricht etwa einer halb gefüllten Badewanne.

Hotel-Jacuzzis sind wahre Pipi-Becken 

Verglichen mit der gesamten Wassermenge ist das zum Glück doch gar nicht so viel, aber trotzdem eklig: Auf 830.000 Liter Wasser kommen 0,01 Prozent Urin. In untersuchten Whirlpools war die Konzentration von Urin jedoch wesentlich höher: Ein Hotel-Jacuzzi kam auf drei mal so hohe Werte wie das dreckigste Schwimmbad.

Urin-Bestandteile können reizend wirken

Pipi im Schwimmwasser ist zwar nicht direkt gesundheitsschädlich, da es steril ist. Bestandteile des Urins, zum Beispiel Ammoniak, können aber mit Desinfektionsmitteln Verbindungen eingehen, die wiederum im Verdacht stehen, Augen und Atemwege zu reizen.

Für den Pipi-Test wird die Konzentration des künstlichen Süßungsmittels (Acesulfam Kalium) im Wasser gemessen. Es ist in vielen Lebensmitteln enthalten und wird vom Körper nicht abgebaut – es wird also beim Pinkeln unverändert wieder ausgeschieden.

Es gibt keinen Warn-Farbstoff

Wer sich hierzulande trotzdem gern mit vielen Menschen ein Becken teilt, kann sich ja als Verdrängungsstrategie damit trösten, dass die Wissenschaftler nur kanadische und keine deutschen Pools untersucht haben.

Dass es einen Stoff gibt, der sich verfärbt wenn man ins Wasser pinkelt und damit den Übeltäter entlarvt, ist übrigens ein Märchen, so Lindsay Blackstock, die Autorin der Studie.