Autor
Patrick Seibert
Patrick Seibert; Foto: Patrick Seibert
Stand:

Der erste Kandidat für den CDU-Vorsitz steht wohl fest: Friedrich Merz will Berichten zufolge Nachfolger von Annegret Kramp-Karrenbauer werden. Im Dezember 2018 hatte er gegen sie noch verloren.

Friedrich Merz will es offenbar noch einmal wissen und für den CDU-Parteivorsitz kandidieren. Das will die Deutsche-Presse Agentur (dpa) aus engsten Kreisen des Politikers erfahren haben.

Merz sei demnach entschlossen, zu kandidieren. Er wisse die Parteibasis hinter sich und fühle sich durch aktuelle Umfragen ermutigt. Offen blieb allerdings, ob Merz sich damit auch um die Kanzlerkandidatur bewirbt.

Pläne noch nicht offiziell bestätigt

Der Sprecher von Merz bestätigte die Pläne zunächst nicht. Auch Merz selbst hält sich noch zurück. Bei einer Veranstaltung am Donnerstagabend sagte er: „Es hätten viele wohl komisch gefunden, wenn ich darüber nicht nachgedacht hätte. Aber wir führen jetzt Gespräche untereinander, miteinander, mit der Parteivorsitzenden, und ich habe das ausdrücklich gesagt, die Parteivorsitzende hat den Anspruch darauf, dass sie diesen Prozess führt.“

Im Dezember 2018 war Friedrich Merz gegen die jetzt zurückgetretene Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer angetreten. Merz hatte die Wahl damals knapp verloren.

Nach der Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich mit Stimmen von CDU und AfD zum Ministerpräsidenten von Thüringen, gab es in der CDU aber Verwerfungen. Kramp-Karrenbauer hatte deshalb angekündigt, den Chefposten abgeben zu wollen.

Schnelle Lösung gefordert — AKK bremst

Als mögliche Nachfolger für AKK werden neben Friedrich Merz auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet gehandelt. Im ARD-Deutschlandtrend lag Merz allerdings vorn: Einmal mit 40 Prozent bei allen Bundesbürgern für die Kanzlerkandidatur, unter CDU-Mitgliedern wollen ihn sogar fast 70 Prozent. Der mögliche Konkurrent Laschet folgt mit Abstand, Spahn sogar fast abgeschlagen. Auf Platz zwei der Befragung, wer ein guter Kanzlerkandidat wäre, schaffte es Bayerns Ministerpräsident und CSU-Vorsitzender Markus Söder.

In der CDU fordern einige, bereits vor dem regulären Parteitag im Dezember einen Sonderparteitag abzuhalten, um einen neuen Vorsitzenden zu wählen. AKK dämpfte aber diese Hoffnung auf eine schnelle Lösung: Erst nach ihren Gesprächen mit den Interessenten für Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur könne es auch Klarheit geben, hieß es aus der CDU-Parteizentrale.