Autor
Hans Liedtke
Hans Liedtke, SWR3; Foto: SWR3
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R.I.P. – Auf Island ist der erste Gletscher offiziell für tot erklärt worden. Stolze 700 Jahre ist Okjökull alt geworden. Rund 100 Menschen kamen zur Trauerfeier – sogar die Regierungschefin.

Okjökull gilt formell nicht mehr als Gletscher, weil er mit nur noch 15 Metern Eisdicke zu leicht geworden ist, um sich vorwärts zu schieben. An der Abschiedszeremonie nahmen rund 100 Menschen teil, darunter Regierungschefin Katrín Jakobsdóttir.

Inschrift: „Brief an die Zukunft“

An Ort und Stelle wurde eine Tafel mit der Überschrift „Ein Brief an die Zukunft“ enthüllt. Darauf heißt es weiter:

In den nächsten 200 Jahren ist zu erwarten, dass alle unsere wichtigsten Gletscher den gleichen Weg gehen. Diese Gedenktafel dient dazu, anzuerkennen, dass wir wissen, was vor sich geht und was zu tun ist.

Gedenktafel am Gletscher Okjökull


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335 Milliarden Tonnen schmelzen jährlich

Schmelzende Gletscher verlieren weltweit nach neuen Schätzungen jährlich rund 335 Milliarden Tonnen Eis. Zu diesem Schluss kommen Forscher aus Zürich, die Satellitenmessungen und Beobachtungen vor Ort ausgewertet haben. Der federführende Forscher Michael Zemp von der Universität Zürich sagte im April, die Welt verliere damit jährlich rund drei Mal das verbleibende Gletschervolumen der Europäischen Alpen. Die Gletscher hätten zwischen 1961 und 2016 mehr als 9.000 Milliarden Tonnen Eis verloren.

Anfang des Monats hatte der Weltklimarat IPCC in einem Sonderbericht festgestellt, dass der weltweite Temperaturanstieg über den Landflächen im Vergleich zur vorindustriellen Zeit bereits bei 1,53 Grad liegt. Die magische Grenze für einen weltweiten Temperaturanstieg liegt bei 1,5 Grad. Ab dann können Klimaeffekte nicht mehr umgekehrt werden.

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Hans Liedtke
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SWR3