Schlafen und essen – das sind die zwei Hauptbeschäftigungen von Koalas. Der Klimawandel sorgt aber dafür, dass ihr Leben stressiger wird: Ihre dritte Beschäftigung wird nun das Trinken.

Koalas sind eine gefährdete Tierart. Das liegt daran, dass sie immer weniger Eukalyptuswälder finden, in denen sie leben können. Außerdem setzen ihnen Krankheiten zu. Aktuellen Schätzungen der nationalen Koala-Stiftung zufolge leben nur noch rund 43.000 Tiere in Australien. Nun gibt es offenbar eine neue Bedrohung für die Tiere: den Klimawandel. Und der hat auf den Tagesablauf der Beuteltiere direkte Auswirkungen, wie die Wissenschaftlerin Valentina Mella von der Universität in Sydney herausgefunden hat.

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Durstige Beuteltiere

Koala heißt in der Sprache der Aborigines „kein Wasser“ – weil die Tiere bisher als äußerst trinkfaul galten. Und im Normalfall brauchten sie auch kaum Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Denn da sie den ganzen Tag Eukalyptus fressen, versorgen die Blätter sie ausreichend mit Flüssigkeit.

Valentia Mella hat das Trinkverhalten der Tiere nun aber nochmal einem wissenschaftlichen Test unterzogen. Sie hat mit ihren Kollegen in einem Eukalyptuswald Wassertröge aufgestellt und damit eine erstaunliche Entdeckung gemacht: Heutige Koalas trinken ganz schön viel, bei Tag und Nacht – wie die Biologen im folgenden Video festgehalten haben. Teilweise tranken die Koalas zehn Minuten am Stück.

Es wird wärmer, die Blätter trocknen aus

Eine mögliche Erklärung ist für die Forscher der Klimawandel. Offenbar wird es den Beuteltieren warm und sie brauchen mehr Feuchtigkeit. Aber leider sind die Blätter an den Eukalyptusbäumen auch trockener und können weniger Wasser liefern. Also gibt es für die Koalas nur eins: runter vom Baum und Wasser suchen.

Koalas sind eigentlich sehr faule Tiere: Sie sitzen den halben Tag auf dem Baum und schlafen. Und wenn sie nicht schlafen, dann fressen sie die Blätter um sich herum ab. So ein ruhiges Leben führen sie aber nicht ohne Grund: Um von den nährstoffarmen und schwer verdaulichen Eukalyptusblättern leben zu können, müssen sie viel Energie in ihre Verdauung stecken. Stetige Ausflüge vom Baum sind da eigentlich im Tagesablauf nicht vorgesehen und könnten den Tieren zusetzen.

Koalas brauchen Hilfe

Die Forscher aus Sydney wollen nun Strategien entwickeln, wie man die Eukalyptuswälder so gestalten kann, dass die Koalas genug Wasser in ihrer Nähe finden. In ihren Tests haben sie auch schon mit Wassertrögen gearbeitet, die in Bäume gehängt werden können. Denn die Koalas leben leider oft in Bereichen, wo es kaum Wasser gibt.

In Zukunft könnten folgende Bilder daher wohl öfter entstehen: Koalas, die in Gärten nachschauen, ob jemand mal eine Schüssel Wasser für sie hat.

Oder Koalas, die Sportler am Straßenrand nach einem Schluck aus der Trinkflasche anbetteln.