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Lena Seiferlin
Lena Seiferlin, SWR3; Foto: SWR3
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So richtig glauben konnten das die meisten erst mal nicht: TV-Satiriker Jan Böhmermann ist wirklich Mitglied in der SPD geworden. Jetzt will er offenbar noch höher hinaus.

Ist aus Jan Böhmermann jetzt ein Politiker geworden? Der Fernsehmoderator und Satiriker ist offiziell in die SPD aufgenommen worden. Das gab der Kreisverband Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt am Dienstagabend bekannt. Böhmermann, der in Köln lebt, ist jetzt dem Ortsverein Köthen zugeordnet.

Pro und Contra: Die Hauptstadtkorrespondenten Kilian Pfeffer und Uwe Lueb haben unterschiedlich auf den Parteibeitritt Böhmermanns reagiert:

Kreisverband: SPD ist eine Partei, keine Satireveranstaltung

Der Vorsitzende des Kreisverbandes, Ronald Mormann, hatte Bedenken gegen die Mitgliedschaft geäußert. Einige Sozialdemokratinnen und -demokraten hätten sich an frühere Äußerungen Böhmermanns erinnert, die nicht unbedingt pro-SPD waren.

Aber Satire darf vieles, und das hält Deutschlands älteste Partei sehr wohl aus. Die deutsche Sozialdemokratie hat 156 Jahre lang dafür gekämpft, dass Menschen ihre Meinung frei sagen dürfen.

Mormann fügte aber hinzu: „Aber wir sind eine Partei und keine Satireveranstaltung.“ Böhmermanns Antrag auf Parteibeitritt beschäftigt die SPD sogar schon seit etwa einem Monat.

Nach eigenen Angaben reicht die reine Mitgliedschaft Jan Böhmermann aber noch nicht. Er will höher hinaus, an die Parteispitze. Wie es das Organisationsstatut der SPD vorschreibt, werde er „gemeinsam mit vier durchgeknallten SPD-Ortsvereinen“ seine Bewerbung für den Vorsitz „offiziell und fristgerecht zum Parteitag einreichen, damit die Delegierten entscheiden können“, kündigte er auf Twitter an:

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#Neustart19: Es warten jetzt schon Aufgaben auf Böhmermann

Wer den neuen Vorsitz in der SPD übernehmen wird, ist noch nicht klar. Aktuell tingeln sieben Duos aus Kandidatinnen und Kandidaten durch Deutschland, um sich auf Regionalkonferenzen vorzustellen. Ein Parteitag Anfang Dezember in Berlin soll dann entscheiden. „#neustart19“ ist der Name von Böhmermanns Bewerbungskampagne – und offenbar hat diese bereits einen eigenen Twitteraccount.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat Böhmermann jedenfalls ganz freundlich aufgenommen:

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Auch Kreisverbandsvorsitzender Mormann hat schon Ideen für das Neumitglied: „Wir haben hier einen über 100 Jahre alten Heimat-Tierpark, der der SPD sehr verbunden ist und für den die SPD sehr viel tut. Wenn da der nächste Arbeitseinsatz ist, dann kriegt Herr Böhmermann sicherlich vom Ortsverein Köthen eine Einladung dazu“, sagte er im SWR.

Eigentlich hätte Böhmermann beim Ortsverband Köln Neumitglied werden müssen, weil er da gemeldet ist. Doch da waren Stimmen gegen ihn laut geworden – und in Köthen hat sich die SPD bereiterklärt, ihn aufzunehmen. Köln erlaubte das.

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Lena Seiferlin
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