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Björn Widmann
Björn Widmann, SWR3; Foto: SWR3
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Zum ersten Mal seit Jahrzehnten macht Japan wieder offiziell Jagd auf Wale. Hunderte Meeressäuger sollen sterben - das erste Tier ist schon erlegt.

Japan, Island und Norwegen sind die drei Walfang-Nationen. Eigentlich dürfen seit 1986 aber gar keine Großwale mehr zu kommerziellen Zwecken gejagt werden. Japan missachtet dieses Moratorium schon seit Jahren. Das Land jagt die Wale angeblich zu Forschungszwecken. In über 30 Jahren wurden durch japanische Walfänger mehr als 17.000 Meeressäuger getötet.

Jetzt ist das Land sogar ganz aus der Internationalen Walfangkommission ausgetreten – Stichtag war der 30. Juni. Seit dem 1. Juli jagt Japan wieder offiziell Wale. Das Fischereiministerium hat eine Walfangquote von 227 Tieren festgelegt. Die Quote sei so berechnet, dass die Bestände der Meeressäuger nicht in Gefahr gerieten, selbst wenn Japan auch die kommenden 100 Jahre lang Jagd auf die Tiere machen würde.

Walfangquote steht – mit überraschendem Ergebnis

Insgesamt stehen bis Ende Dezember 52 Zwergwale, 150 Brydewale und 25 Seiwale auf der Abschussliste, so die Regierung. Im Schnitt hat Japan in den letzten Jahren etwa 500 Wale in der Saison gejagt. Mit dem Austritt aus der internationalen Walfangkommission jagt Japan aber nicht mehr Wale, sondern sogar weniger. Werner Eckert aus der SWR-Umweltredaktion erklärt, wie das sein kann.

Waljagd in Japan; Foto: picture alliance/Kyodo

Nachrichten Warum Japan noch immer Wale jagt

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Island jagt dieses Jahr keine Wale

Ganz anders läuft die Saison in Island. Vergangene Woche teilte das Land mit: Wir setzen zum ersten Mal seit 17 Jahren in dieser Saison den Walfang aus. Die beiden aktiven Walfang-Unternehmen haben angekündigt, in diesem Sommer keine Wale zu jagen.

Gründe sind unter anderem, dass die Fangverbotszone vor der Küste ausgeweitet worden ist, aber auch Absatzprobleme in Japan. Vergangenes Jahr wurden vor Island noch 145 Finnwale und sechs Zwergwale gefangen.

Kein neues Schutzgebiet für Wale im Südatlantik

Im vergangenen September entschied die internationale Walfangkommission, dass es im Südatlantik kein neues Schutzgebiet für Wale geben soll. Ein entsprechender Antrag wurde bei der Tagung in Brasilien abgelehnt.

Brasilien kämpft seit mehr als 20 Jahren für das Schutzgebiet. Dagegen stimmten unter anderem Japan, Norwegen und Island. Sie wollen, dass die kommerzielle Jagd auf Wale wieder aufgenommen wird.

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