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Christian Kreutzer
Christian Kreutzer, SWR3; Foto: SWR3
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Ärzte und Pfleger, die selbst erkrankt sind, müssen weiterarbeiten – oft in gebrauchter Schutzkleidung. In der chinesischen Provinz Hubei sind bereits über 1.100 Krankenhausmitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert.

Das neuartige Coronavirus trifft mehr und mehr Ärzte und Pfleger, die mit dem neuartigen Virus erkrankte Patienten behandeln – vor allem in der zentralchinesischen Provinz Hubei, wo das Virus erstmals aufgetreten ist: Über 1.100 Ärzte und Pfleger seien dort bereits infiziert, teilte der Vize-Chef der chinesischen Gesundheitskommission Zeng Yixin am Freitag mit. Sechs Krankenkhausmitarbeiter seien gestorben.

Zu wenig Schutzanzüge und Atemschutzmasken

Landesweit sollen es derzeit 1716 Ärzte und Pfleger sein, die infiziert sind. Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in der Volksrepublik insgesamt liegt inzwischen bei mehr als 64.000.

Zeng hob die großen Risiken hervor, denen Ärzte und Krankenpfleger angesichts der Engpässe bei Schutzanzügen und Atemschutzmasken bei der Behandlung von Coronavirus-Patienten ausgesetzt seien. Vor allem in Wuhan führten die Engpässe zuletzt dazu, dass Ärzte dieselbe Schutzbekleidung mehrfach tragen mussten.

An Corona erkrankte Ärzte müssen einfach weiterarbeiten

Ein Arzt aus Wuhan sagte, er und 16 seiner Kollegen hätten Symptome, die auf eine mögliche Coronavirus-Infektion hindeuteten. Dazu gehören Husten und Atemnot. Trotzdem würden sie weiter Patienten behandeln müssen.

Eine Woche, bevor die chinesischen Gesundheitsbehörden die Zahlen vorlegten, war der junge Augenarzt Li Wenliang an dem Erreger gestorben. Li hatte als einer der ersten vor dem Virus gewarnt. Nach seiner Schilderung versuchte die Polizei jedoch, ihn mundtot zu machen. Sein Tod löste in chinesischen Online-Diensten große Bestürzung aus, vielfach wurde der Ruf nach Meinungsfreiheit laut.

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