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Der britische Premierminister Johnson ist von Bundeskanzlerin Merkel in Berlin zu einem Antrittsbesuch empfangen worden. Beide wollen einen geordneten Austritt Großbritanniens. Wie das funktionieren soll, steht immer noch nicht fest.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat beim Antrittsbesuch des britischen Premierministers Boris Johnson erneut für einen geordneten Austritt Großbritanniens aus der EU geworben. Allerdings sei man auch auf einen nicht verhandelten Brexit vorbereitet, sagte Merkel in Berlin nach der Ankunft Johnsons. Auch der Premier sagte, er wolle einen verhandelten Austritt. „Wir schaffen das“, fügte er auf Deutsch in Anspielung auf einen Satz Merkels in der Flüchtlingskrise hinzu.

Merkel: „Im Geiste der Freundschaft“

Merkel sagte, das Treffen finde „im Geiste der Freundschaft“ statt. Es gehe jetzt darum, den Austritt so zu gestalten, dass weiterhin gute Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU sowie Deutschland möglich seien. Diese seien sehr eng, und dies sollten sie auch in Zukunft sein. Wenn Großbritannien schließlich ein Drittstaat sei, sollte man über eine Freihandelszone verhandeln.

Johnsons erster Besuch als Premier

Zuvor wurde Johnson mit militärischen Ehren im Kanzleramt begrüßt. Merkel verfolgte das Abspielen der Nationalhymnen gemeinsam mit ihrem Staatsgast im Sitzen.

Johnson ist zum ersten Mal seit seinem Amtsantritt im Juli zu Besuch in Berlin. Zuvor hatte er bereits einen Brief an EU-Ratschef Donald Tusk geschrieben.