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Sie wollen einen neuen Politikstil. Einen, der auch auf die jüngere Generation hört. Darum haben fünf junge Politiker über Parteigrenzen hinweg einen Aufruf – oder wie sie es nennen – ein Manifest geschrieben.

Sie wollen die Politik aufmischen. Um das zu erreichen, haben fünf Jungpolitiker einen Aufruf verfasst. Und auch wenn es Unterschiede in ihren parteipolitischen Ansichten gibt, sie wollen Politik anders gestalten.

„Undemokratische Praxis“

Die fünf Politiker, Shaked Spier von der Linken, SPDler Yannick Haan, Diana Kinnert von der CDU, Ria Schröder von den Jungen Liberalen und Terry Reintke von den Grünen, haben ihren Aufruf in der Wochenzeitung Die Zeit veröffentlicht. Dort berichten sie von ihren Erfahrungen im Politikbetrieb: „Wir alle mussten die Erfahrung machen, dass unser Alter, unser Geschlecht und unsere Herkunft mit darüber entscheiden, ob man uns in den Parteien zuhört und ernst nimmt.“

Diese „undemokratische Praxis“ wollten sie nicht länger hinnehmen. Im Interview mit den Tagesthemen erläutert Ria Schröder: „Eigentlich fordern wir die Politik auf, die Disruption, die überall passiert, auch mitzumachen.“

Die Jungpolitiker.; Foto: Ulla Fiebig, SWR

Die Verfasser (v.l.): Diana Kinnert, Ria Schröder, Shakes Spier und Yannik Haan im Interview mit den Tagesthemen. Terry Reintke befand sich zu der Zeit in Budapest.

Ulla Fiebig, SWR

GroKo-Themen sind „gestrig und folklorisch“

Die GroKo sehen die fünf ebenfalls kritisch: Die Themen der Großen Koalition seien „gestrig und folklorisch“. Ria Schröder, Vorsitzende der Jungen Liberalen sagte dazu im SWR: „Wir haben den Eindruck, dass da eigentlich mehr Stillstand das Programm ist, als dass wirklich die Zukunft gestaltet wird.“

Ziel ihrer Initiative sei es, „die Politiker wachzurütteln, die seit Jahren an ihrem Stuhl kleben, kaum neue Ideen und Visionen haben und trotzdem weitermachen wollen“, sagt Schröder.

Mehr Offenheit innerhalb der Parteien

Eine wichtige Forderung der jungen Politiker sei, auch Menschen ernst zu nehmen, „die in die Politik kommen, aber vielleicht nicht dem Klischeebild 50 Jahre alt, weiß und männlich entsprechen“. Außerdem forderte Schröder mehr Offenheit innerhalb der Parteien für unterschiedliche Ansichten und Perspektiven.

Es müsse wieder mehr „Konfrontation der Parteien miteinander“ geben. Das beste Argument müsse zählen, „weil wir überzeugt sind, dass daraus die besten Lösungen entstehen“.

Autor
Amelie Heß
Autor
SWR3