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Lena Seiferlin
Lena Seiferlin, SWR3; Foto: SWR3
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Schmuckstücke aus dem Grünen Gewölbe in Dresden wurden offenbar im Darknet angeboten. Das teilte eine israelische Sicherheitsfirma mit. Staatsanwaltschaft und Polizei verneinen, darüber Bescheid zu wissen.

Zwei gestohlene Schmuckstücke aus dem Grünen Gewölbe in Dresden sind offenbar im Darknet angeboten worden. Diebe hatten sie und weitere Juwelen im November aus der Staatlichen Kunstsammlung der Stadt gestohlen.

Neun Millionen Euro für Bruststern und Achselband

Der Chef der israelischen Sicherheitsfirma CGI sagte dem ARD-Studio in Tel Aviv, er habe im Auftrag des Museums Kontakt zu den unbekannten Anbietern aufgenommen. Er habe sich demnach als potenzieller Käufer ausgegeben. Daraufhin seien ihm der Bruststern des Polnischen Weißen Adler-Ordens sowie das Achselband mit dem „Sächsischen Weißen Brillanten“ angeboten worden – für neun Millionen Euro.

Zahlen sollte der angebliche Interessent in Bitcoin. Laut Perry hat sein Unternehmen die Information an die Staatsanwaltschaft Dresden weitergegeben. Diese und die Polizei teilten am Freitag mit, dass weder sie noch die Staatlichen Kunstsammlungen CGI beauftragt hätten. Zudem habe die Sicherheitsfirma gar keine Erkenntnisse über das Angebot im Netz übermittelt.

Auch Kunstsammlungen wissen nichts von dem Juwelen-Angebot

Auch die Staatlichen Kunstsammlungen wissen darüber offenbar nichts. Sprecher Stephan Adam sagte auf Anfrage des MDR, dass die Kunstsammlungen CGI nicht mit Ermittlungen beauftragt zu haben. „Die Firma hat zu uns auch keinen Kontakt aufgenommen.“ Von den angeblich angebotenen Juwelen wüssten sie nichts.

Am Nachmittag hieß es in einer Pressemitteilung sogar: „Die Staatsanwaltschaft Dresden, die Polizeidirektion Dresden und die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden haben die israelische Firma CGI nicht mit der Überprüfung des Sicherheitskonzeptes im Grünen Gewölbe oder mit sonstigen Ermittlungen beauftragt.“

Ist CGI mit Ermittlungen beauftragt worden oder nicht?

Genau das behauptet CGI aber. Nach eigenen Angaben sei das Unternehmen seit Ende November mit der Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen im Grünen Gewölbe und der Untersuchung des Einbruchs beauftragt. Nach dem Juwelendiebstahl im November vergangenen Jahres wird das Residenzschloss, in dem sich das Museum befindet, auch von außen aus gepanzerten Minibussen heraus bewacht.

Auch zu Aussagen von vergangener Woche, wonach die Sicherheitsfirma CGI herausgefunden haben will, dass ein Mitarbeiter der Kunstsammlungen mit den Dieben vor dem Einbruch in Kontakt war, hielt sich Lorenz Haase, Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden, zurück: „Wir ermitteln weiterhin in alle Richtungen. Welche konkreten Ermittlungen wir führen, kann ich leider nicht mitteilen.“ Von CGI habe die Staatsanwaltschaft keine Erkenntnisse übermittelt bekommen.