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Christian Kreutzer
Christian Kreutzer, SWR3; Foto: SWR3
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Tränen flossen, als Theresa May am Freitag ihren Rückzug ankündigte - allerdings nur bei ihr. Andere bereiten sich bereits kühl auf den Fortgang der Brexit-Schlacht vor.

Die erste unaufgeregte Reaktion kam von einem, den May in den fruchtlosen Brexit-Verhandlungen immer wieder mit ihren Vorschlägen traktiert hatte: EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker.

Kühle Reaktion von Jean-Claude Juncker; Foto: picture alliance/Francisco Seco/AP/dpa

Nachrichten Kühle Reaktion von Jean-Claude Juncker

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Keine Rührung auch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): Sie nehme die Entscheidung Mays "mit Respekt" zur Kenntnis, ließ sie eine Sprecherin sagen.

"Danke für Ihren stoischen Dienst"

Und dann ist da Boris Johnson: Viele erwarten - oder befürchten, er könne Mays Nachfolger werden, wenn sie am 7. Juni als Parteichefin der Torys und damit de facto auch als Premierministerin zurücktritt.

"Danke für Ihren stoischen Dienst für unser Land und die Konservative Partei", twitterte Johnson kurz nach Mays Statement. "Es ist nun an der Zeit, ihren Vorgaben zu folgen: Kommt zusammen und liefert den Brexit."

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Farage: "Es ist schwierig, mit Frau May nicht mitzufühlen"

Immer wieder hatte Hardliner Johnson, der auch einen ungeregelten Brexit nicht zu fürchten scheint, May in den vergangenen Monaten hart angegriffen.

Nigel Farage, Vorsitzender der EU-feindlichen Brexit-Partei, brachte der gescheiterten Premierministerin eine Emotion entgegen, die Politiker besonders schwach aussehen lässt: Mitleid.

"Es ist schwierig, mit Frau May nicht mitzufühlen", twitterte der Politiker, dessen Partei für die Europawahl ein riesiger Triumph vorausgesagt wird. "Aber politisch hat sie die Stimmung im Land und in ihrer Partei falsch eingeschätzt."

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Spott und Verachtung von Corbyn

Und dann Labour-Chef Jeremy Corbyn: Er hatte die angestrebte Zusammenarbeit mit der Regierung vor knapp einer Woche platzen lassen. Jetzt twitterte er: "May liegt richtig mit ihrem Rücktritt. Sie hat akzeptiert, was das Land schon seit Monaten weiß: Sie ist nicht in der Lage zu regieren - ebenso wenig, wie ihre zersplitterte und sich auflösende Partei."

Wer immer, so Corbyn, jetzt Tory-Chef werde, müsse die Menschen durch eine sofortige Parlamentswahl entscheiden lassen:

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Tränen zum Abschied

Bereits am Donnerstag war klar gewesen, das Mays Zeit abgelaufen ist. Als sie dann am Freitag in Downing Street 10 vor die Presse trat, flossen Tränen bei der ansonsten stets beherrscht und unbeugsam auftretenden Regierungschefin. Hier noch einmal die Szene im Video:

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Christian Kreutzer
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