Autor
Mario Demuth
Mario Demuth, SWR3; Foto: SWR3
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Im Saarland gibt es Streit über eine Entscheidung des Karnevalsverbandes. Der Grund: Ein lesbisches Paar hatte sich bei der Wahl zum Prinzenpaar des Jahres beworben – und wurde abgelehnt.

Ist es Brauchtumspflege oder Ausgrenzung und Homophobie? Um diese Frage dreht sich gerade ein Streit im Saarland. Hintergrund ist die Entscheidung des Verbands Saarländischer Karnevalsvereinen, ein lesbisches Paar von der Wahl zum Prinzenpaar des Jahres auszuschließen.

Vereinspräsident kritisiert Entscheidung

Betroffen sind Heike II. und Ute I. – sie sind das Prinzessinnenpaar der Karnevalsgesellschaft „Die Rebläuse e.V.“ in Kleinblittersdorf. Der Verein teilte den Ausschluss auf Facebook mit.

Die Entscheidung des Karnevalverbands sei keine Brauchtumspflege, sondern schlichtweg Homophobie und Ausgrenzung, schrieb der Präsident der Karnevalsgesellschaft, Stefan Jung. Hunderte User kommentierten den Post. Viele davon waren enttäuscht und empört.

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So reagiert der Karnevalsverband

Der in die Kritik geratene Karnevalsverband reagierte am Mittwochabend: Bisher sei man der Auffassung gewesen, „dass die traditionellen Repräsentanten des saarländischen Brauchtums ein Prinzenpaar, bestehend aus Prinz und Prinzessin darstellen“. Die aktuelle Debatte habe man jedoch „wahrgenommen“. Die Festlegung auf Mann und Frau solle nun besprochen und entschieden werden, ob sie an die gesellschaftliche Entwicklung angepasst werden muss.

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Mario Demuth
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