Immer mehr Supermärkte sagen den Plastiktüten den Kampf an. Nachdem schon sämtliche Drogerieketten kostenlose Plastiktütchen für Kunden verbannt haben, zieht nun auch Rewe nach: Bei einem Testlauf werden vorerst keine kostenlosen Einmaltüten mehr angeboten.

Plastik ist nicht biologisch abbaubar. Es dauert Jahrzehnte, wenn nicht sogar Jahrhunderte, bis sich Plastikpartikel vollständig in der Natur zersetzen. Allein eine Plastikflasche benötigt 450 Jahre um vollständig in der Natur zu verrotten. Eine Plastiktüte für Gemüse und Obst aus dem Supermarkt benötigt immerhin fast 20 Jahre, um von der Natur zersetzt zu werden. Und: Allein in Deutschland werden pro Jahr 6,1 Milliarden Plastiktüten pro Jahr verbraucht.

Das hat jetzt auch die zweitgrößte Supermarktkette Deutschlands erkannt. Rewe möchte zukünftig die dünnen Knotentütchen komplett aus ihren Läden verbannen. In einer Mitteilung des Konzerns hieß es, dass in insgesamt 120 Filialen in ganz Deutschland bis Ende November ein Testlauf gestartet wird.

Auch im Meer stellen die Plastiktüten eine große Gefahr da: Oft werden die unverdaulichen Plastiktüten mit natürlicher Nahrung verwechselt.; Foto: DPA

Auch im Meer stellen die Plastiktüten eine große Gefahr da: Oft werden die unverdaulichen Plastiktüten mit natürlicher Nahrung verwechselt.

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Zwei Wege ohne Tüte

Zwei verschiedene Alternativen sollten klären, was der effektivste Weg sei, auf unnötiges Plastik in der Obstabteilung zu verzichten. Im Großteil der Testmärkte werden den Kunden statt Knotentüten spezielle Mehrweg-Frischenetze angeboten. Die Netze gibt's im Zweierpack, können mehrmals verwendet werden, kosten aber 1,49 Euro.

In 19 weiteren Filialen wird ein anderes Konzept geprüft. Dabei werde auf die Kommunikation mit den Kunden gesetzt: Kunden sollten mit Bedacht zur Plastiktüte greifen. Fast jedes Gemüse und Obst besitze eine natürliche Schutzhülle, sodass sie auch ohne weiteren Plastikschutz in den Einkaufswagen gelegt werden könnten.

Aldi ohne Plastik und Papier

Auch Aldi hatte schon im Sommer angekündigt zum Ende nächsten Jahres Plastiktüten aus der Obst- und Gemüseabteilung zu verbannen. Aldi geht sogar noch einen Schritt weiter. Auch Papiertüten soll es in Zukunft nicht mehr im Angebot geben. Laut Angaben des Discounters, verbrauche auf die Herstellung einer Papiertüte viel Energie und Wasser. Da die Papiertüte auch nur eine geringe Haltbarkeit habe, sei sie keine effektive Alternative, so der Aldi-Süd-Manager Philipp Skorning.

Immer mehr Geschäfte entscheiden sich gegen Plastik. Schon seit vergangenem Jahr haben sich die Drogerieriesen dm und Rossmann gegen ihre berühmten Gratis-Plastiktütchen an der Kasse entschieden. Auch in Modegeschäften wie H&M gibt es nur noch auf Nachfrage und gegen einen Geldbetrag des Kunden Plastiktüten heraus.