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Mario Demuth
Mario Demuth, SWR3; Foto: SWR3
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Verwandte des Beschuldigten von Bergisch Gladbach hatten über Jahre einen Stellplatz auf dem Campingplatz in Lügde. Bisher deutet aber laut dem nordrhein-westfälischen Innenminister Reul nichts darauf hin, dass es Verbindungen zwischen den Missbrauchsfällen geben könnte.

Der Großvater des mutmaßlichen Täters von Bergisch Gladbach soll in den 80er und 90er Jahren einen Stellplatz auf dem Campingplatz im ostwestfälischen Lügde gepachtet haben, berichten mehrere Medien, darunter der WDR, RTL und der Kölner Stadtanzeiger. Auch ein Cousin des Beschuldigten soll in Lügde einen Campingwagen genutzt haben. Zeugenaussagen sollen die Ermittler auf die neue Spur gebracht haben.

Außerdem haben die Ermittler beim Beschuldigten aus Bergisch Gladbach offenbar kinderpornografisches Material sichergestellt, das in Lügde entstanden sein soll. Darauf würden Geodaten in den sichergestellten Dateien hindeuten.

Ermittler untersuchen schon länger Verbindungen zu Lügde

Die Polizei hatte laut Zeugenaussagen bereits seit Dezember 2019 mögliche Verbindungen zwischen den Taten in Bergisch Gladbach und Lügde untersucht. Nach Angaben von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) wurden dabei aber bisher keine kriminellen Kontakte aufgedeckt.

Auch die beiden Staatsanwaltschaften in Detmold und Köln hatten nach eigenen Aussagen keine Anhaltspunkte dafür, dass die Täter zusammengearbeitet haben.

Der Mann, der den Stellplatz in Lügde gehabt haben soll, sei den Medienberichten zufolge selbst wegen Missbrauchs verurteilt worden. Er bestreite, die Täter von Lügde persönlich gekannt zu haben, schreibt der Kölner Stadtanzeiger.

Lügde: Lange Haftstrafen für Täter

Im Missbrauchsfall von Lügde wurden zwei Angeklagte zu langjährigen Haftstrafen mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Das Gericht verurteilte sie wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in mehr als 200 Fällen. Ein weiterer Mann wurde zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt, weil er an Web-Cam-Übertragungen beim Missbrauch teilgenommen haben soll.

Bergisch Gladbach: Missbrauchs-Netzwerk aufgedeckt

In Bergisch Gladbach wurde bei einer Hausdurchsuchung im Herbst vergangenen Jahres ein Pädophilen-Netzwerk enttarnt. Die Ermittlungen gegen den Beschuldigten laufen noch. Bis zu 1.800 Menschen sollen Mitglieder des Chat-Netzwerks gewesen sein – 40 seien bisher identifiziert. Ermittler stellten mehrere Terrabyte Datenmaterial sicher.

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