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Im Prozess gegen die Koblenzer Influencerin Vanessa Blumenthal sollte am Dienstag eigentlich ein Urteil fallen. Der Reisebloggerin wird Schleichwerbung vorgeworfen. Das Gericht will jetzt aber noch einige Fragen klären.

Vanessa Blumenthal hat mehr als 300.000 Follower auf ihrem Instagram-Account. Mal postet sie Fotos vom Pariser Eiffelturm, mal von einer Schlittschuhbahn in Stockholm. Aber auch Hochglanzaufnahmen von der Geierlay-Brücke im Hunsrück oder der Burg Eltz an der Mosel.

Dabei gibt sie oft Hinweise auf Modemarken, die sie in ihren Posts trägt. Der Verband Sozialer Wettbewerb (VSW), dessen Zweck „die Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs und der Wirtschaftskriminalität“ ist, hat sie deswegen abgemahnt. Er forderte 55.000 Euro von Blumenthal. Nach Auffassung des Verbandes würde die Influencerin mit einigen ihrer Fotos Schleichwerbung betreiben, also die Werbung nicht als solche kennzeichnen.

Firmen existieren nicht, Verlinkung fehlte

Ein Urteil hat das Gericht am Dienstag noch nicht gefällt. Vielmehr wies das Koblenzer Landgericht den klagenden Verband darauf hin, dass ein Teil der Unternehmen, für die Blumenthal unerlaubt geworben haben soll, gar nicht existieren. Für einen anderen Teil habe es gar keine Verlinkung gegeben.

Alle Vorwürfe seien damit jedoch nicht ausgeräumt. Blumenthal und die Kläger haben nach Gerichtsangaben nun bis zum 12. November Zeit, sich zu äußern und weitere Beweise vorzulegen.

Klare Regeln für Werbung auf Instagram gefordert

Dem SWR sagte Blumenthal zu Beginn des Prozesses, dass sie sich von dem Verfahren klare Regeln für den Umgang mit Werbung in Postings erhoffe. Denn die Rechtsprechung ist da nicht eindeutig.

Bezahlte Posts müssen als Werbung gekennzeichnet werden. Komplizierter wird es, wenn kein Geld für einen Post fließt und es auch sonst keine Gegenleistung gibt.

Die Verlinkung auf Marken wurde für viele Influencer in diesem Jahr ein Problem. Es folgte eine Diskussion über echte und vermeintliche Schleichwerbung. Viele Influencer wurden abgemahnt – zum Beispiel auch Cathy Hummels.

Freispruch im Fall Cathy Hummels

Hummels gewann im April ihren Prozess um Schleichwerbung bei Instagram. Geklagt hatte der Verband Sozialer Wettbewerb, weil Hummels auf ihrem Instagram-Profil Produkthersteller verlinkt hatte. Sie selbst betonte, dass sie dafür kein Geld bekommen habe.

Die Münchner Richter begründeten ihr Urteil damit, dass informierte Instagram-User wüssten, dass Hummels prinzipiell mit ihrem Instagram-Profil kommerzielle Interessen verfolge. Deshalb sei es keine illegale Werbung.