Der Weg zum Doktortitel in der Medizin ist lang – und viele dürfen sich nicht mal auf den Weg machen. Deshalb überprüft das Bundesverfassungsgericht ab heute die Zulassung zum Medizinstudium.

Wer in Deutschland Arzt werden will, muss sich erst mal durch ein kompliziertes Zulassungsverfahren quälen. Die Stiftung für Hochschulzulassung reguliert die Vergabe der Studienplätze nach dem NC, dem Numerus Clausus: 20 Prozent der Plätze bekommen die Abiturbesten. Weitere 20 Prozent vergibt die Stiftung nach der Wartezeit der Bewerber und 60 Prozent verteilt sie an die, die in eigenen Auswahlverfahren der einzelnen Unis ausgesucht wurden.

15 Semester Wartezeit?!

Schild an Universität; Foto: dpa
dpa

Diese Zulassungsvorschriften von Bund und Ländern könnten aber verfassungswidrig sein, weil damit viele Bewerber faktisch von vornherein von jeglicher Zulassungschance ausgeschlossen sind. Die Zahl der Bewerber ist in den vergangenen Jahren auch drastisch gestiegen. Es entstehen kaum neue Plätze für Humanmedizin. Die Wartezeiten betragen mittlerweile 15 Semester (!). Deswegen hat ein Gelsenkirchener Gericht die Zulassungsregeln jetzt dem Verfassungsgericht vorgelegt.

Muss sich was ändern?

Das Gericht muss nun prüfen, ob es seine Rechtsprechung zum NC aus den 70er Jahren aufgrund der verschärften Lage ändern muss. Denn inzwischen geht es auch um das Grundrecht auf freie Wahl des Berufs und der Ausbildungsstätte. Ein Urteil wird aber wohl erst in ein paar Monaten fallen.