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Fast jeder prominente Politiker hat derzeit etwas zum Klimaschutz zu sagen. Das Thema boomt – aber wie sinnvoll sind die Vorschläge? Sie lenken nur von anderen Themen ab, meint SWR-Umweltexperte Werner Eckert.

Wo ich bin, ist vorne. Das ist die Botschaft, die in diesen Tagen gerade jeder beim Thema Klimaschutz unters Volk bringen will. Dabei sind Plastiktüten und Ölheizungen, Klimasteuer und Einwegbecher jeweils nur Mosaiksteine, die alles andere als ein Bild ergeben.

Alles, was sich anbietet, in den Ring werfen

Die GroKo will am 20. September die Eckpunkte für ein Klimaschutzgesetz festklopfen. Was da drinsteht und was nicht, das wird entscheidend sein für die wirkliche Politik der nächsten Zeit. Und deshalb gibt es jetzt schon mal diese Positionierungen. Es geht um WER – nämlich ICH, ICH! – tut WAS? Und da wird alles, was sich anbietet, mal eben in den Ring geworfen:

Der Plastikkram, weil die EU da längst alles beschlossen hat und Berlin sowieso umsetzen muss. Die Ölheizungen, weil Förderung immer besser klingt als Geld wegnehmen. Und dann muss man ja auch noch in Rechnung stellen, dass immer noch tiefster Sommer ist – politisch gesehen. Und da haben muntere Vorschläge schon immer die flaue Nachrichten-Konjunktur etwas belebt.

Debatte vernebelt und lenkt ab

Und schließlich ist das Ganze auch noch unter dem Aspekt Theaterdonner zu sehen: ein Klimaschutzkonzept, das wirklich funktioniert, wird weder bei der Hemdchentüte für Obst ansetzen noch beim Einwegbecher.

Aber die Debatte darüber vernebelt schön und lenkt davon ab, dass im Hintergrund sehr ernsthaft über wirklich wichtige Dinge wie CO2-Preise für das Klimaschutzgesetz gestritten wird. Ich für meinen Teil sage: gut so – wenn nur am 20. September etwas Brauchbares auf dem Tisch liegt!