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Björn Widmann
Björn Widmann, SWR3; Foto: SWR3
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Schluss mit lustig: Weil sich immer mehr Jugendliche zu Corona-Partys treffen, droht Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit Ausgangssperren.

Corona-Virus in Deutschland; Foto: picture alliance/Philipp von Ditfurth/dpa

Trotz der Aufforderung zuhause zu bleiben, sind noch viele Menschen in Freiburg unterwegs.

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Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat noch einmal eindringlich dazu geraten, sich an die Einschränkungen zu halten, um das Verbreiten des Corona-Virus im Land einzudämmen. Das geht vor allem vielen Kindern und Jugendlichen auf die Nerven: Sie wollen die schulfreie Zeit nutzen, um sich zu treffen. Deswegen verabreden sie sich manchmal zu Hundert auf Grill- und Spielplätzen.

Dagegen will die Landesregierung vorgehen, Kretschmann droht mit schärferen Maßnahmen bei Zuwiderhandlung. „An die Vorgaben muss sich jeder halten“, sagte der Grünen-Politiker bei einer Sondersitzung des Landtags.

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Ausgangsverbot könnte kommen

Eigentlich wolle man ein Ausgangsverbot vermeiden. Aber wenn sich die Bürger nicht an die neuen Regelungen hielten, werde das wohl so kommen. „Es kann nicht sein, dass jetzt junge Leute zu Corona-Partys rennen“, sagte Kretschmann. „Wenn nicht alle ihr Verhalten grundlegend umstellen, dann kommen wir um härtere Maßnahmen und Sanktionen nicht herum.“

Die Polizei in Freiburg musste zum Beispiel in der Nacht auf Donnerstag wegen mehrerer Corona-Partys ausrücken. Vor allem Jugendliche und Heranwachsende hätten sich zum Beispiel auf Grill- und Spielplätzen getroffen, teilte das Polizeipräsidium mit. Die Gruppengrößen seien zwei- bis dreistellig gewesen.

Insgesamt zehn Corona-Partys um Freiburg

In einem Fall seien etwa 120 Menschen auf einem Haufen gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Einige junge Leute hätten sich uneinsichtig verhalten, als die Polizisten die Treffen auflösten und Platzverweise erteilten.

Insgesamt seien es um die zehn Partys gewesen, zu denen die Polizei gerufen wurde. Der Schwerpunkt habe im Kreis Emmendingen gelegen. Dabei warnen Behörden und Fachleute seit Tagen vor solchen Versammlungen, damit sich das Coronavirus nicht weiter so schnell verbreiten kann wie zurzeit.

Auch in Bayern drohen Ausgangssperren

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) droht seinen Landsleuten nach mehreren Corona-Partys mit Ausgangssperren. „Sorry, aber das geht gar nicht“, sagte Söder. Wer in diesen Tagen die Vorgaben bewusst ignoriere, soziale Kontakte einzudämmen, gefährde sich selbst und alle anderen. „Das ist eine wirkliche Gefährdung.“ Die Polizei sei angewiesen, darauf umgehend zu reagieren und dagegen vorzugehen.

In Nürnberg und Schwabach musste die Polizei solche Partys beendet. Etwa 100 junge Menschen hatten sich am Montagabend in einem Nürnberger Stadtpark zum Feiern getroffen. Dazu besorgten sie sich Generatoren, um Musik und Licht zu haben.

In Schwabach trafen etwa 50 Jugendliche in einem Skater-Park und feierten auch lautstark mit einer Musikanlage. Sie hatten sich wie es aussieht über soziale Medien zu der Feier verabredet. Sowohl in Nürnberg als auch in Schwabach stellten Beamte die Anlagen sicher und erteilten Platzverweise.

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